https://www.faz.net/-gv6-9ofpi

Nach Hedgefonds-Äußerungen : Bayer-Aktienkurs steigt um 7,2 Prozent

  • Aktualisiert am

Ein Traktor bringt Glyphosat aus. Bild: dpa

Der Finanzinvestor Elliott ist an Bayer beteiligt. Neue Aussagen zum Unternehmen beinhalten aus Sicht der Anleger eine klare Botschaft.

          1 Min.

          Äußerungen des amerikanischen Hedgefonds Elliott lassen den Aktienkurs des Pharmakonzerns Bayer um 7,2 Prozent steigen. Der Hedgefonds, der bestätigte, an Bayer beteiligt zu sein, machte Andeutungen, die darauf schließen lassen, dass er anstrebt, Bayer aufzuspalten. Der aktuell niedrige Aktienkurs von Bayer spiegele den signifikanten Wert der einzelnen Geschäftseinheiten und das bestehende Wertschaffungspotential von mehr als 30 Milliarden Euro nicht wider.

          Der Hedgefonds fordert das deutsche Traditionsunternehmen auf, „langfristige Wertschöpfungsmaßnahmen im Sinne aller Interessengruppen zu prüfen“. Zwar ist Elliott sei mit nur 2 Prozent an Bayer beteiligt, doch Elliotts Einfluss sollte nicht unterschätzt werden.

          Das Analysehaus Pareto Securities beließ unterdessen seine Einstufung bei "Buy" mit einem Kursziel von 82 Euro belassen. Der Einstieg von Elliott, sei ein
          wichtiger Kurstreiber für die wegen zahlreicher Gerichtsschlappen im Zusammenhang mit Glyphosat gestrafte Aktie, schrieb Analyst Dennis Berzhanin in einer am Donnerstag vorliegenden Studie.

          BAYER

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Auch dass Bayer den Anwalt John Beisner als Berater in der Causa Glyphosat beauftragt habe, sei in dieser Hinsicht positiv zu werten. Nach drei verlorenen Prozessen lotet Bayer nun die Möglichkeit einer Einigung mit den vielen tausend Klägern aus. Parallel zu den andauernden Gerichtsprozessen in weiteren Fällen sehe man der Mediation positiv entgegen und werde sich konstruktiv einbringen.

          Bayer gründet zudem einen Aufsichtsratsausschuss, der die Causa Glyphosat vorantreiben soll, etwa durch Beratung des Vorstands und Vorschläge zur Prozessstrategie. "Mehrere Mitglieder des Ausschusses haben umfassende Erfahrung mit komplexen Gerichtsverfahren", hieß es weiter.

          Die Baader Bank hat ihre Einstufung ebenfalls auf "Buy" mit einem Kursziel von 123 Euro belassen. Die vom Aufsichtsrat angekündigten Maßnahmen könnten als Zeichen für eine schneller als bislang erwartete Lösung der Glyphosat-Probleme zu werten sein. Bayer sei deutlich unterbewertet, daher bleibe er bei seiner sehr optimistischen Haltung.

          Die Gründung des Ausschusses mache eine Einigung wahrscheinlicher, sagt Analyst Gunther Zechmann von Bernstein Research. Das Ziel sollte es nun sein, eine tragfähige Lösung zu finden. Analyst Keyur Parekh von Goldman Sachs sieht es genauso: Bayer habe einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Nun könnte zumindest ein kleiner Teil der Glyphosat-Last vom Aktienkurs genommen werden.

          Weitere Themen

          Überwach mich!

          FAZ Plus Artikel: Autoversicherung : Überwach mich!

          Autofahrer können bei der Versicherung sparen, wenn eine Box ihre Fahrweise beobachtet. Gerade für Fahranfänger sind solche „Telematik-Tarife“ attraktiv. Nur: Lohnt sich das auch?

          Topmeldungen

          Johnson und der Brexit : Drei Briefe und ein einziges Ziel

          Boris Johnson will weiter versuchen, das Brexit-Abkommen bis Ende des Monats zu ratifizieren. Schon am Montag könnte die Regierung in London eine neue Abstimmung über den Brexit-Vertrag ansetzen – wenn John Bercow das zulässt.
          Kurdisches Fahnenmeer: Demonstranten am Samstag in Köln

          Türken-Kurden-Konflikt : Kurz vor der Explosion

          Der Krieg in Nordsyrien führt auch in Deutschland zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen türkischen und kurdischen Migranten. Das könnte erst der Anfang sein.
          Mit Arte in Oslo: Carola Rackete.

          Carola Rackete bei Arte : Ein ganz persönlicher Kulturschock

          In der Arte-Reihe „Durch die Nacht mit ...“ treffen die Aktivistin Carola Rackete und die norwegische Schriftstellerin Maja Lunde aufeinander. Man meint, sie hätten einander viel zu sagen. Es kommt anders.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.