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Finanzinitiative : Wagniskapitalgeber für Klimaschutz

Klimaschutz haben sich nun auch deutsche Beteiligungskapitalgeber auf die Fahnen geschrieben. Bild: dpa

Das Engagement für Nachhaltigkeit und Klimaschutz zieht in der Finanzindustrie immer weitere Kreise: Nun haben sich 20 führende deutsche Wagniskapitalgeber zusammengetan.

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          Klimawandel und das Thema Nachhaltiges Wirtschaften setzen sich in der Finanzindustrie immer mehr durch. Jetzt haben sich auch mehr als 20 führende deutsche Beteiligungskapitalgeber zu einer Initiative zusammengeschlossen und sich in Zusammenarbeit mit der Initiative „Leaders for Climate Action“ auf eine Klausel für Nachhaltigkeit geeinigt. Damit sollen künftig alle neu finanzierten Unternehmen zu mehr Klimaschutz verpflichtet werden. Unter den Mitgliedern der Initiative finden sich bekannte Namen wie Earlybird, Holtzbrinck Ventures, Rocket Internet oder Tengelmann Ventures.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Als Kapitalgeber tragen wir eine große Verantwortung und müssen dieser gerecht werden. Junge Unternehmen gestalten unsere gemeinsame Zukunft im Zeitalter der Digitalisierung maßgeblich mit. Eine nachhaltige Ausrichtung von Anfang an liefert einen entscheidenden Einfluss für unsere gemeinsame Chance, die Klimakrise in den Griff zu bekommen“, sagt Martin Weber, Partner bei Holtzbrinck. Man wolle die Strahlkraft von Start-ups nutzen, um diese für Nachhaltigkeit in der Wirtschaft zu nutzen. Mit jedem Start-up würden neue Strukturen geschaffen, was die Chance biete, Nachhaltigkeit von Tag eins an fest zu verankern, so Alexander Samwer, Gründungspartner von Picus Capital.

          Die Nachhaltigkeitsklausel soll in den Regelwerken zwischen Investoren und Unternehmen verankert werden. Sie soll de finanzierten Unternehmen verpflichten, ihren CO2 Ausstoß zu messen und Reduktionsmaßnahmen ergreifen, etwa durch eine Bevorzugung der Bahn gegenüber dem Flugzeug bei Reisen oder durch Umstieg auf grüne Stromanbieter. Zudem sollen Kompensationsmaßnahmen evaluiert und in die Budgetplanung mit aufgenommen werden, also die Finanzierung von Klimaprojekten, unter Verwendung der striktesten internationalen Zertifizierungsstandards. Auch Mitarbeiter, Partner, Lieferanten und Kunden sollen für den Klimaschutz sensibilisiert werden. Schon im Dezember 2019 seien sowohl von Earlybird als auch von Holtzbrinck Ventures erste Verträge geschlossen worden, die die Nachhaltigkeitsklausel enthielten.

          Jan Christoph Gras, Mitgründer von Leaders for Climate Action, sieht die Digitalbranche als wegweisend: „Unser Ziel ist es, einen Dominoeffekt auszulösen, der weitere Industrien und insbesondere auch andere Start-up-Ökosysteme dieser Welt erreicht.“ Leaders for Climate Action ist ein Zusammenschluss von mehr als 260 der führenden Digitalunternehmen in Deutschland und zunehmend auch Europa, die sich unternehmerisch und persönlich aktiv für den Klimaschutz engagieren. Er fordert die Einführung einer lenkungswirksamen CO2-Bepreisung sowie den völligen Umstieg auf erneuerbare Energien.

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