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Finanzfirma Cerberus : Die Höllenhunde sind da

Von Cerberus-Chef Stephen Feinberg (rechts) gibt es nur wenige Fotos. Hier ein Bild aus dem Jahr 2008. Bild: BRENDAN SMIALOWSKI/The New York

Die Finanzfirma Cerberus ist verschwiegen und unerbittlich. In den Fusionsgesprächen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank mischt sie eifrig mit. Wer steckt dahinter?

          5 Min.

          Man kann sich fragen, ob die Sache mit dem Namen wirklich eine so gute Idee war. Sicher, im Jahr 1992, als der Amerikaner Stephen Feinberg gemeinsam mit einigen Getreuen in New York seine Finanzfirma gründete, passte der Name „Cerberus“ in die Zeit. Damals gaben sich Finanzinvestoren gerne einschüchternd. Was passte da besser als der dreiköpfige Höllenhund Zerberus, der in der griechischen Mythologie den Eingang zur Unterwelt bewacht und den Toten die Rückkehr in die Welt der Lebenden verwehrt.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ganz so furchterregend möchte Cerberus heute nicht mehr wahrgenommen werden. Das Unternehmen aus New York ist in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Spieler in der internationalen Finanzwelt aufgestiegen. Auch in Europa und insbesondere in Deutschland mischt Cerberus mit. Vor allem die zuletzt von den Aktionären eher verschmähten deutschen Banken haben es den New Yorkern angetan. Sie erhielten im vergangenen Jahr beispielsweise den Zuschlag für die Privatisierung der HSH Nordbank, sie sind auch an den beiden bekanntesten deutschen Banken beteiligt: Fünf Prozent der Commerzbank-Aktien gehören ihnen und drei Prozent der Deutschen Bank. Damit ist der Anteil zwar bei weitem nicht groß genug, um etwa eine Fusion beider Banken zu erzwingen, über die seit Wochen heftig spekuliert wird. Aber eben auch nicht so klein, dass es sich die Banken leisten könnten, Feinberg und seine Leute zu ignorieren.

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