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Finanzmärkte : Fed-Programm und Opec-Treffen sorgen für Schwung

Blick in den Handelssaal der Frankfurter Börse. Bild: dpa

Die amerikanische Notenbank bringt am Gründonnerstag die Märkte auf Trab. Am Ölmarkt sorgt das Opec-Treffen für ebenso viel Auf und Ab.

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          Die Entscheidung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, mit weiteren Nothilfen im Volumen von 2,3 Billionen Dollar die von der Krise hart getroffenen einheimische Wirtschaft zu stützen, hat am Gründonnerstag Bewegung in den bislang eher ruhigen (Vor-)Feiertagshandel gebracht. Das neue Maßnahmenpaket dient vor allem der Unterstützung von Kommunen und  kleinen bis mittelgroßen Unternehmen. Zum einen sollen über die Banken Kredite ausgereicht werden, zum anderen Anleihen von Bundesstaaten und großen Kommunen erworben werden.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das hatte die Märkte mehr in Bewegung gebracht, als die kurz zuvor vermeldeten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die mit  6,6 Millionen zwar keinen neuen Höchstwert erreichten, aber immer noch sich auf Rekordniveau befinden. Innerhalb von drei Wochen haben landesweit mehr als 16 Millionen Menschen ihre Arbeit verloren.

          Der marktbreite F.A.Z-Index, dem am Morgen  mehr als 2 Prozent im Plus gestartet war und dann rasch nachgegeben hatte, erholte sich wieder und liegt aktuell wieder 2,4 Prozent im Plus bei 1919 Punkten. Auch die Wall Street, die sich vorbörslich schon leicht im Minus befunden hatte, eröffnete fester. Der S&P-500-Index verzeichnet aktuell ein Plus von 1,2 Prozent.

          F.A.Z.-Index

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          Der amerikanische Dollar wertete gegen den Euro rasch von 1,0806 auf 1,092 Dollar ab, die Rendite der zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihe stieg infolge der neuerlichen Lockerung der amerikanischen Geldpolitik von 0,712 auf 0,744 Prozent. Der Goldpreis, der schon den Tag über gut behauptet tendiert hatte, legte noch eine Schippe drauf und hat mit aktuell 1678 Dollar ein Sieben-Jahres-Hoch erreicht und beginnt einmal mehr an den Höchstständen von 2012 zu kratzen.

          Viel Bewegung gab es auch am Ölmarkt. Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent,stieg gegenüber dem Vorabend um mehr als 8 Prozent auf 35,79 Dollar für das Barrel von 159 Litern. An den Märkten ging man davon aus, dass sich die Ölförderländer der „Opec+-Gruppe“ die derzeit über eine Förderkürzung verhandeln, eine Reduktion von 10 Millionen Barrel am Tag beschließen werden.

          Als aber die Förderkürzung tatsächlich in dieser Höhe auf dem Tisch lag, reagierte der Markt enttäuscht. der Preis brach drastisch ein und gab auf zuletzt 33,35 Dollar nach und damit den Großteil der Zugewinne ab. Es dominieren wieder Sorgen, dass die Förderkürzung nicht ausreichen wird, um den Einbruch der Nachfrage auszugleichen. Zudem steht der Beschluss wohl auf tönenen Füßen, weil Russland zwar Kürzungen zugestimmt hat, aber von den Vereinigten Staaten weiter reichende Verpflichtungen zu einer Verringerung der Produktion verlangt, als dies den Marktkräften zu überlassen. Die Vereinbarung enthalte diverse Minen, sagt auch Helima Croft, Strategin der Bank RBC.

          Amerikas Präsident Donald Trump lehnte dies jedoch zum einen ab, zum anderen sagte er, der Markt werde für eine geringere Produktion sorgen. Dies verstanden die Märkte wiederum als Signal, dass der Ölpreis nicht viel Potential hat, zu stiegen.

          BRENT

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