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Fed-Äußerungen : Höhere Zinsen in Aussicht

Jerome Powell Bild: AP

Nur auf den ersten Blick belässt die Notenbank Fed ihre Geldpolitik unverändert. Investoren hören viele neue Töne heraus. Vor allem Bankaktien profitieren.

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          Die Äußerungen der amerikanischen Notenbank Federal Reserve zur weiteren Geldpolitik haben am Donnerstag vor allem Finanz-Aktien beflügelt. Der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks legte am Vormittag um 2,1 Prozent zu. Die Aktien der Deutschen Bank verteuerten sich um 3,1 Prozent und setzten sich damit an die Spitze der Dax-Werte. Die Commerzbank war mit einem Plus von 3,3 Prozent erfolgreichster Wert im Mittelwertesegment M-Dax.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die amerikanische Notenbank hatte auf ihrer Zinssitzung zwar zunächst nichts an ihrer Geldpolitik verändert. Aber wie so oft waren es die Andeutungen des Notenbankpräsidenten Jerome Powell, bei denen viele Investoren genau hinhörten: Da zeigte sich Powell zuversichtlicher für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten und bewertete vor allem den jüngsten Anstieg der Inflation kritischer als bisher. Die meisten Mitglieder im Fed-Komitee befürworteten eine Zinserhöhung binnen zweieinhalb Jahren, hieß es. Und noch dazu erwähnte Powell ungewohnt offen, dass über ein Zurückfahren der Anleihekäufe diskutiert werde.

          „Leitzinswende in Reichweite“

          An den Märkten werteten viele die Äußerungen als Überraschung und als Vorbereitung der Investoren auf eine Normalisierung der Geldpolitik. „Vor dem Hintergrund eines deutlich gestiegenen Inflationsdrucks scheint eine Leitzinswende nun bereits im Jahr 2023 in Reichweite“, urteilte die LBBW. Eine signifikante Minderheit der Währungshüter halte einen solchen Schritt sogar schon im kommenden Jahr für möglich.

          So gehörten nicht nur die deutschen Banken, sondern auch ausländische Finanzwerte am Donnerstag zu den gefragtesten Papieren. Im Euro Stoxx 50 belegten die Großbanken Santander, BNP Paribas, Intesa Sanpaolo und ING die Spitzenplätze, während an den amerikanischen Börsen die Titel von JP Morgan, Bank of America und anderen Instituten gefragt waren.

          Banken würden von einem Anstieg des Zinsniveaus profitieren, weil viele zinsgebundene Produkte, vor allem Kredite, ihnen wieder mehr Geld einbringen würden. Außerdem würde ein Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten ihnen wieder bessere Einnahmen mit niedrigeren Risiken verschaffen. Auch wenn andere Großinvestoren ihr Geld von den Aktien- in die Anleihemärkte umschichten würden, bedeutete das Zusatzgeschäft für die Banken.

          Belastung für die Aktienmärkte

          Jenseits der Finanzwerte würde ein Anziehen der Anleihe-Renditen die inzwischen hoch bewerteten Aktienmärkte freilich belasten. Die Zinsstrukturkurve reagierte rasch nach Powells Äußerungen, wobei der untere Bereich der Kurve die größte Bewegung verzeichnete, wie Oliver Blackbourn von Janus Henderson am Donnerstag hervorhob. Die Renditen fünfjähriger US-Staatsanleihen stiegen um rund 0,1 Prozent, und auch die Benchmark-Rendite für zehnjährige Anleihen stieg an. Im Gegenzug verbuchten die großen amerikanischen Aktienindizes Verluste.

          Auch am Devisenmarkt verschob die Fed die Gewichte. Der Dollar legte kräftig zu. Der Kurs des Euros gegenüber der amerikanischen Währung knüpfte am Donnerstag an die starken Verluste vom Vorabend an. Die Gemeinschaftswährung wurde zu 1,1950 Dollar gehandelt. Noch am Mittwochnachmittag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,2124 Dollar festgesetzt.

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