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Geldpolitik : EZB hält kurzfristig höhere Inflation für möglich

EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann (vor der Coronakrise) Bild: Ralph Orlowski

In diesem Jahr könnte die Inflation vorübergehend etwas ansteigen, glaubt EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel. Das erfordere aber keine entsprechenden geldpolitischen Entscheidungen.

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          Die Europäische Zentralbank (EZB) schließt einen vorübergehenden Anstieg der Inflation nicht aus. Kurzfristig könne sich eine gewisse Dynamik bei der Teuerung entwickeln, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel der österreichischen Zeitung „Der Standard“. Eine solche Entwicklung dürfe aber nicht mit einem anhaltenden Inflationsanstieg verwechselt werden. „Deshalb würde das unsere geldpolitischen Entscheidungen, die auf einen mittelfristigen Horizont ausgerichtet sind, nicht wesentlich beeinflussen“, sagte Schnabel.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Dezember lag die Inflationsrate der Eurozone bei minus 0,3 Prozent. Das war der fünfte Monat in Folge mit negativen Inflationsraten. Allerdings sind mit dem Jahreswechsel neue Regelungen in Kraft getreten, die für einen gewissen Preisauftrieb sorgen dürften, wie die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer in Deutschland und der CO2-Preis etwa für Benzin und Heizöl. Für Deutschland rechnet der Ökonom Holger Schmieding mit einem Preissprung bei der Inflationsrate um einen Prozentpunkt, der sich auch auf die europäische Rate auswirken dürfte.

          Amerika ist schon wieder bei mehr als 1 Prozent

          In Amerika war die Inflation schon gestiegen. Nach lediglich 0,1 Prozent im Mai lag die Teuerung in den Vereinigten Staaten seit dem Sommer wieder regelmäßig bei mehr als 1 Prozent, im November beispielsweise bei 1,2 Prozent.

          Schnabel widersprach der Auffassung vom Ende der Inflation. „Die Inflation ist nicht tot.“ In den vergangenen Jahren sei die Wirtschaft Schocks ausgesetzt gewesen, das habe die Inflation gedämpft. „Zunächst kam die  Finanzkrise, dann die Eurokrise. Solche Schocks werden durch die Modelle nicht erfasst", sagte Schnabel. Nun habe die Pandemie die Inflation nochmals deutlich nach unten gedrückt: „Wir erwarten jedoch, dass sich das ändern wird und es 2021, ausgehend von den aktuell negativen Niveaus, zu einem Anstieg der Inflationsrate kommen wird.“

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