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Folge von Corona : Eine Dividendensperre für die Banken

Die Frankfurter Skyline im Sonnenuntergang Bild: Wonge Bergmann

Die Aufseher der EZB empfehlen den Instituten, in der Corona-Krise auf Ausschüttungen zu verzichten. Damit haben die Banken ein weiteres Argument, ihre ursprünglichen Pläne zu ändern.

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          Die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) fordern in der Corona-Krise mit ihren noch nicht absehbaren wirtschaftlichen Schäden eine Ausschüttungssperre für Banken. Wie die EZB-Aufsicht am Freitagabend mitteilte, sollen die Institute bis Oktober auf eine Ausschüttung ihrer Gewinne sowie auf Rückkäufe eigener Aktien verzichten.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die EZB-Aufseher erwarten, dass Banken, die eine Dividende für 2019 vorgeschlagen haben, davon wieder Abstand nehmen. Die Bankenaufsicht ruft die Banken dazu auf, angesichts des sich eintrübenden Ausblicks verantwortungsvoll mit der zusätzlichen finanziellen Flexibilität umzugehen. Die EZB hatte verschiedene Erleichterungen bezüglich der Eigenkapitalanforderungen beschlossen, damit die Banken Unternehmen und Haushalte weiterhin mit Krediten versorgen sowie mögliche Verluste aus Kreditausfällen und der Verwerfungen an den Finanzmärkten auffangen können. Nach Angaben der EZB setzen die Erleichterungen Eigenkapital von 120 Milliarden Euro frei, die nach ihrer Vorstellung nicht zur Erhöhung von Dividenden und Boni dienen sollen.

          Der Chef der EZB-Bankenaufsicht, Andrea Enria, erwartet durch die Dividendensperre zusätzliches Eigenkapital von 30 Milliarden Euro. Dadurch kann sich die Kreditvergabekapazität der Banken, die von der EZB nur auf Basis der Kapitalerleichterungen auf 1,8 Billionen Euro beziffert worden war, erweitern.

          MTU Aero Engines als Vorbild?

          Zudem teilte der für die internationalen Eigenkapitalvorgaben zuständige Basler Ausschuss für Bankenaufsicht mit, dass die Einführung der schärferen Anforderungen (Basel IV) um ein Jahr auf 2023 verschoben wird. Der Europäische Bankenverband EBF forderte seine Mitglieder auf, von Gewinnausschüttungen für 2020 abzusehen. In dieser Woche hatte der Präsident der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, den Banken empfohlen, Ausschüttungen von Dividenden, Gewinnen und Boni sorgfältig abzuwägen.

          Viele Banken haben zwar schon ihre Dividenden für das Jahr 2019 angekündigt, aber über die Ausschüttung entscheiden die Hauptversammlungen. Mit der drohenden Rezession und der EZB-Empfehlung lässt sich eine Absage der Dividende für 2019 rechtfertigen. Das haben Unternehmen wie MTU Aero Engines vorgemacht.

          Die von der EZB regulierten deutschen Institute wie Commerzbank und Aareal Bank hielten am Freitag noch ausdrücklich an ihren Dividendenvorschlägen für die Hauptversammlungen im Mai fest. Die Deutsche Bank verzichtet wegen ihres hohen Verlusts für das Jahr 2019 auf eine Dividende. Commerzbank und Aareal Bank wollen ihre Dividenden angesichts von Gewinnrückgängen kürzen: die Commerzbank deutlich von 20 Cent auf 15 Cent und die Aareal Bank leicht von 2,10 auf – nach einem Kursrückgang von 50 Prozent jetzt sehr üppige – 2,00 Euro.

          „Wir schauen uns das Thema genau an„

          Diese Dividendenvorschläge sind in den Geschäftsberichten 2019 niedergelegt, die beide Banken in den vergangenen Tagen veröffentlicht haben. Seither hat die Diskussion über Dividenden aber an Dynamik gewonnen. Mit Blick auf die Empfehlungen der Bafin, des EBF sowie der Empfehlungen der EZB sagte eine Sprecherin der Commerzbank: „Wir schauen uns das Thema genau an und entscheiden dann verantwortungsvoll.“ Die Aareal Bank, mit einer Kernkapitalquote von 19,6 Prozent besser gegen Kreditausfälle gewappnet als die Commerzbank mit 13,4 Prozent, äußerte sich ähnlich.

          Die Banken dürften der Anordnung der EZB folgen. Dazu zählen auch die Zentralinstitute der Sparkassen und der Volksbanken. Diese schütten in der Regel sehr wenig von ihrem Gewinn aus, die DZ Bank etwa weniger als 20 Prozent an ihre Eigentümer, die Volks- und Raiffeisenbanken. Während die Dividende der Landesbanken nicht nur an Sparkassen, sondern auch an Bundesländer fließt, bleibt es bei der DZ Bank mit den Volksbanken vollständig im Bankensystem und steht als Haftungsmasse für Verluste bereit.

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