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Preisstabilität : Das neue Inflationsziel dürfte höher ausfallen

Will neue Prinzipien für die Geldpolitik in Europa formulieren: Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). Bild: Tim Wegner/laif

Unter, aber nahe zwei Prozent sollen die Preise im Euroraum bisher steigen, sagt die EZB. Künftig könnte das Ziel höher liegen, schätzen viele Ökonomen. Was steckt dahinter?

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          Es ist der erste Punkt auf einer langen Liste, die Christine Lagarde, die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), in dieser Woche für die große Strategiedebatte der Notenbank vorgelegt hat: das Inflationsziel. Ein Jahr lang will die EZB jetzt intern und extern darüber diskutieren lassen, nach welchen Prinzipien die Geldpolitik in Europa künftig ausgerichtet sein soll. Und die „quantitative Formulierung von Preisstabilität“, wie es in dem von Lagarde vorgelegten Plan wörtlich heißt, soll dabei an erster Stelle stehen. Es ist das Mandat der EZB, das ihr bei der Gründung mitgegeben wurde, dass sie für Preisstabilität sorgen soll. Aber was das genau bedeutet, wurde erst im Jahr 2003, zur Zeit von EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing, konkretisiert: „Unter, aber nahe 2 Prozent“ soll die Inflation seither liegen.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Aber in welche Richtung dürfte dieses Inflationsziel verschoben werden, wenn Lagarde es jetzt in den Blick nehmen will? Die F.A.Z. hat Ökonomen und Finanzmarktteilnehmer befragt, was sie erwarten. Das Ergebnis kann auf Anhieb vielleicht erstaunen: Viele rechnen damit, dass das Inflationsziel in Zukunft leicht höher ausfallen dürfte. Zwar nicht dramatisch – als unwahrscheinlich gilt zum Beispiel ein Ziel von 4 Prozent, wie es der frühere IWF-Chefökonom Olivier Blanchard vorgeschlagen hat, um in Krisenzeiten mehr Spielraum in der Geldpolitik zu haben. Aber das neue Ziel könnte doch in Nuancen höher liegen als das alte.

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