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Studie von EY : Unternehmen warnen so oft vor schlechteren Zahlen wie nie zuvor

Die Autokonjunktur auf der ganzen Welt entwickele sich schwach, und die technologischen Herausforderungen seien enorm, sagt Förstemann. Vor allem die Jahre 2020 und 2021 seien herausfordernd. Die ambitionierten CO2-Vorgaben der EU-Kommission müssten erreicht werden, andernfalls drohten hohe Strafzahlungen. Das „Hochfahren“ der Elektromobilität koste die Autokonzerne Milliarden. Gleichzeitig führten die Nachwehen der Diesel-Krise weiterhin zu finanziellen Belastungen.

Deutliche Folgen für Aktienkurse

Diese Korrekturen gingen auch den Börsen nicht spurlos vorüber. Und obwohl die Märkte angesichts der erwarteten wirtschaftlichen Eintrübung eigentlich auf schlechte Zahlen vorbereitet gewesen seien, hätten sich die Ergebniswarnungen deutlich in den Kurse niedergeschlagen, sagen die Fachleute von EY. Im Durchschnitt sanken die Aktienkurse des jeweiligen Unternehmens am Tag der Warnung um 7 Prozent, wobei die Gewinnziele nachträglich um durchschnittlich 37 Prozent gesenkt wurden. Eine Woche danach befand sich der Kurs immer noch auf diesem Niveau.

Kündigten Konzerne hingegen ein Übertreffen der Prognosen an, dann führte dies am Tag der Meldung im Durchschnitt zu einem Kursplus von 4 Prozent und eine Woche später zu einem Anstieg um 5 Prozent. Die durchschnittliche Anhebung des Gewinnziels betrug 18 Prozent.

Trotz der Entspannung im chinesisch-amerikanischen Handelskonflikt rechnet Steinbach mit einer schwachen Entwicklung der Weltkonjunktur im ersten Quartal. Die Ausbreitung des Coronavirus werde neben den humanitären auch erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Der chinesische Markt sei inzwischen sowohl als Produktionsstandort als auch als Absatzmarkt enorm wichtig. Die umfangreichen Maßnahmen der chinesischen Behörden zur Eindämmung der Krise bremsten die Wirtschaft des Landes und unterbrächen Lieferketten auf der ganzen Welt. Der Rohstoffbedarf der chinesischen Industrie lasse nach, der Ölpreis sinke.

China dürfte im ersten Quartal als Wachstumslokomotive ausfallen, sagt Förstemann: „Das werden wir auch in Europa zu spüren bekommen.“ Neben dem Transport- und Rohstoffsektor dürften auch die Unternehmen betroffen sein, für die China ein wichtiger Absatzmarkt sei wie Konsumgüterhersteller und die Autobranche.

Derartige Ereignisse könnten Unternehmen nur schwer vorhersehen, sagt Steinbach. Im Lauf des Jahres dürfte es daher – je nach Ausbreitung des Coronavirus weitere Prognosekorrekturen börsennotierter Unternehmen geben. Allein die vergangenen Wochen hätten gezeigt, wie vernetzt die Lieferketten auf der ganzen Welt inzwischen seien – und wie anfällig, sagt Förstemann. Die Versorgung mit Teilen stocke, erste Werke auch außerhalb Chinas drosselten ihre Produktion. Hektisch werde nach alternativen Lieferanten gesucht. Lieferketten sollten nicht nur auf Kostenminimierung, sondern auch auf Flexibilität und Belastbarkeit ausgerichtet sein. Dies zeige der Coronavirus und der Austritt Großbritanniens aus der EU.

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