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Exit nach Brexit : Wie es für N26 weitergeht

Die Entscheidung, sich vom britischen Markt zurückzuziehen, kann als erster Dämpfer in der Erfolgsgeschichte der N26-Bank gewertet werden. Bild: Reuters

Die Smartphone-Bank N26 lehrt die Branche eigentlich das Fürchten. Mit der Aufgabe des britischen Geschäfts bekommt die Expansion der Berliner aber erstmals einen Dämpfer.

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          Der Rückzug von N26 aus Großbritannien überrascht. Noch im Oktober 2018 hatte Unternehmensgründer und -Chef Valentin Stalf in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC gesagt, dass der Schritt auf den britischen Markt ein „No brainer“ sei, also praktisch wie von selbst laufe – unabhängig vom Brexit. Im Oktober 2018 war der Zeitplan für den Austritt sogar noch ein anderer: Damals sah der Zeitplan vor, dass Großbritannien die Europäische Union zum 31. März 2019 verlassen würde. Bekanntermaßen wurde daraus der 31. Januar 2020. N26 hatte also noch mehr als zehn Monate Zeit, den Brexit vorzubereiten, und zog nun doch die Reißleine. Selbst im Oktober vergangenen Jahres sprach man in einem mittlerweile gelöschten Blogposting davon, dass man sich auf den Brexit vorbereite und bleiben wolle. Immerhin hatte man dem Vernehmen nach eine niedrige zweistellige Millionensumme in den Markt investiert.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Inken Schönauer

          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Doch davon ist wenig zu hören: „Wir haben die politische Lage in Großbritannien stets genau analysiert und mögliche Szenarien geprüft“, hieß es bei N26 auf Nachfrage der F.A.Z. Das britische Parlament habe mit den Wahlen im Dezember das Austrittsabkommen in Kraft gesetzt und gleichzeitig die Zeitleiste und die Rahmenbedingungen der Übergangsfrist konkretisiert. Basierend darauf, könne das Unternehmen mit der derzeitigen Aufstellung in Zukunft nicht mehr in Großbritannien tätig sein. „Daraus haben wir nun die Konsequenzen gezogen und werden den Markt verlassen.“

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