https://www.faz.net/-gv6-9dhay

Blase am Bosporus : Europa und die türkische Währungskrise

  • -Aktualisiert am

Der türkische Präsident Erdogan hält bei einem Kongress seiner AKP-Partei eine Rede. Bild: dpa

Mit ihrer extremen Niedrigzinspolitik verursachen die Zentralbanken wandernde Finanzblasen: Eine solche platzt nun am Bosporus. Ein Gastbeitrag.

          4 Min.

          Die Türkei steckt in der Währungskrise. Mit den Banken erscheint auch der mächtige Präsident Erdogan angeschlagen. Sorgen gibt es um andere Schwellenländer, neue Risse im Weltfinanzsystem tun sich auf. Nur der Volkswirtschaftslehre bleibt ein neuer Schock erspart. Denn die Krisenmodelle der dritten Generation, die zur Erklärung der Asien-Krise (1997/98) geschaffen wurden, halten auch für die aktuelle Krisenentwicklung in der Türkei. Ergänzt man diese Krisenmodelle um die monetäre Überinvestitionstheorie von Friedrich August von Hayek, dann wird deutlich, welche Rolle die Geldpolitik in Europa und Japan für die Entstehung der Krisen spielt.

          Giancarlo Corsetti, Paolo Pesenti und Nouriel Roubini haben 1999 in der „European Economic Review“ am Beispiel der „Asiatischen Tiger“ gezeigt, wie eine Währungskrise trotz (scheinbar) solider Wirtschaftspolitik entsteht. Die Türkei fiel nach der Jahrtausendwende in eine tiefe Krise mit sehr hoher Inflation, Währungsverfall und Rezession. Dank eines Restrukturierungsprogramms des Internationalen Währungsfonds (IWF) glänzte sie dann aber seit 2003 mit niedriger Inflation und soliden Staatsfinanzen. Das zog Kapitalströme aus dem Ausland an, die die Investitionen als Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 18 Prozent im Jahr 2001 auf 31 Prozent 2017 steigen ließen. Hohes Wachstum stabilisierte die Staatsfinanzen und die Macht von Erdogan.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+