https://www.faz.net/-gv6-9qzu9

ETFs im August : Anleger ziehen massiv Geld aus Aktien ab

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der August hat offenbar viele Anleger verschreckt. Massiv zogen sie Gelder aus Aktien-ETFs ab.

          1 Min.

          Seit Anfang 2018 ist das Auf und Ab der Aktienkurse deutlich extremer geworden. 2018 begann mit einer Korrektur, der eine Erholung und dann doch ein ziemlicher Absturz etwa des S&P-500 um 20 Prozent folgte. 2019 brachte eine nicht ganz störungsfreie Erholung, an deren Ende die Rekordmarke von mehr als 3000 Punkten stand. Seitdem zittert sich der Index um die Marke von 2900 Zählern voran.

          Nimmt man die Zuflüsse in börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs, wie sie jetzt vom Anbieter Amundi veröffentlicht wurden, als Maßstab, sollte man sich aber jetzt erst Gedanken machen, ob sich nicht wirklich etwas verändert hat. ETFs gelten als genaues Abbild des Marktes abzüglich einiger Gebühren. Die Zuflüsse ein Aktien-ETFs waren in diesem Jahr schon nicht berauschend. Vielmehr stagnierten sie europaweit ab Februar, im Juli kam ein Schub herein – doch im August brachen sie deutlich ein.

          Im Gegenteil: Europäische Anleger zogen per saldo 11,7 Milliarden Euro aus Aktien-ETFs ab. Verkauft wurden vor allem ETFs auf Standardprodukte: globale Aktien, Euroraum-Aktien und Aktien aus Schwellenländern. Mehr Zuspruch fanden nachhaltige Aktien-ETF, auch wenn die Nachfrage mit 856 Millionen Euro etwas abflachte. Zuflüsse gab es auch für sogenannte „Smart-Beta-ETFs“, die Anlagestrategien verkörpern. Die Anlageklasse ist verhältnismäßig klein, deswegen sind die Zuflüsse mit 188 Millionen Euro eher gering. Bemerkenswerterweise standen hier defensive Faktoren im Fokus. So fanden ETFs, die auf schwankungsarme Aktien setzen, mit einem Plus 500 Millionen Euro den größten Zuspruch.

          Europa liegt damit im globalen Trend. 27,6 Milliarden Euro wurden im August aus Aktien-ETFs abgezogen, davon 12,7 Milliarden Euro aus Schwellenländern. Branchen- und Smart-Beta-ETFs verzeichneten ebenfalls ein Minus, und zwar von fast fünf Milliarden Euro.

          Dagegen floss viel Geld in Anleihen-ETFs, was ein Stück weit erklärt, warum schon negative Renditen noch weiter sanken. Knapp 17 Milliarden Euro wurden auf diesem Weg neu in Renten gesteckt, mehr als die Hälfte in Staatsanleihen. Europäer bevorzugten hier Unternehmensanleihen, wohl weil europäische Staatsanleihen mittlerweile nur noch Geld bringen, wenn sich dafür weiter Käufer finden. Die Europäer bevorzugten auch amerikanische Anleihen, trotz des Währungsrisikos, wohl in der Hoffnung, dass aufgrund der höheren Zinsen netto noch etwas hängen bleibt.

          Weitere Themen

          Libra startet mit vielen Zweifeln

          Digitale Währung : Libra startet mit vielen Zweifeln

          Von den 28 Gründungsmitgliedern sind 21 übrig geblieben. Und während die Zahl der Partner geschrumpft ist, gerät auch der Zeitplan für das Projekt ins Wanken.

          Topmeldungen

          Zögern in Wolfsburg: VW dürfte doch kein neues Werk in der Türkei bauen.

          F.A.Z. exklusiv : Bulgarien lockt VW mit mehr Geld

          Wegen der türkischen Offensive in Syrien legt VW Pläne für ein Werk nahe der Metropole Izmir auf Eis. Nun hofft Sofia, doch noch das Rennen um die begehrte Milliardeninvestition zu machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.