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Milliardenprojekt : Wasserkraft aus Afrika für Europa

Schon heute liefern im Kongo zwei Kraftwerke Energie. Bild: AFP/Getty Images

Der australische Milliardär Andrew Forrest will für 80 Milliarden Dollar Staudämme im Kongo bauen. Auch Europa soll von der Energie profitieren. Doch das Projekt ist umstritten.

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          Der reichste Australier macht Ernst mit seinem Schwenk zu grüner Energie: Andrew Forrest, Gründer des Erzkonzerns Fortescue Metals Group (FMG) in Perth, will in der Demokratischen Republik Kongo Mega-Staudämme bauen. Von dort soll auch Energie nach Europa fließen. Forrest hatte die Corona-Zeit genutzt, um 47 Entwicklungsländer auf der Suche nach „grünen“ Energieprojekten zu besuchen. In Afrika verfolge er auch Pläne in Äthiopien und Kenia, sodass der Investitionswert auf dem Kontinent rund 100 Milliarden Dollar erreichen dürfte, sagte Forrest.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Der Multimilliardär plant, mit der Fortescue Future Industries neben seinem Erzkonzern ein zweites Standbein zu schaffen. In Zeiten des Klimawandels sieht er die Zukunft in umweltfreundlicher Energie, insbesondere im Wasserstoff. Sein Ziel sei es, eine Leistung von 235 Gigawatt erneuerbarer Energie aufzubauen – damit würde FMG einen heutigen Gas- und Ölriesen wie Chevron übertreffen, erklärte Forrest auf der Hauptversammlung im Herbst (F.A.Z. vom 12. November). Zum Vergleich: Der Zielwert liegt gut viermal höher als die Kapazität im Nationalen Elektrizitätsmarkt Australiens. Forrest, der auch einer der großen Rinderzüchter des Fünften Kontinents ist, sprach von einer erwarteten „Stampede“, einem Ansturm, auf erneuerbare Energien in den nächsten Jahren, für die sich sein Konzern rechtzeitig aufstellen wolle. In den nächsten drei Jahren will er rund eine Milliarde Australische Dollar (636 Millionen Euro) in die Forschung und Entwicklung des Energiesektors investieren.

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