https://www.faz.net/-gv6-9etpr

Neue Anleihen : Hört auf Mario Draghi!

Sie schienen sich gegenseitig zuzuhören: Bundespräsident Steinmeier mit Mario Draghi bei einem Besuch in der EZB. Bild: EPA

Der Präsident der EZB, Mario Draghi, überrascht vor dem EU-Parlament mit einer Aussage zur Kerninflation – und Chefvolkswirt Peter Praet versucht in New York die Wogen zu glätten. Die Gerüchte kursieren trotzdem weiter.

          2 Min.

          Dieser Tage hat sich ein seit längerer Zeit bekanntes Spiel in der Europäischen Zentralbank (EZB) wiederholt: Immer wenn Äußerungen Mario Draghis am Anleihe- und Devisenmarkt als Vorboten einer baldigen Straffung der Geldpolitik verstanden werden, betritt Chefvolkswirt Peter Praet die Bühne, um die Reaktionen des Marktes wieder einzufangen. Am vergangenen Montag sprach Draghi im EU-Parlament zur Überraschung vieler Marktteilnehmer – und mit Sicherheit nicht zufällig – von einer „relativ lebhaften“ Zunahme der Kerninflation in der Eurozone, die sich angesichts des Lohnwachstums fortsetzen dürfte. Prompt spitzten an den Märkten Händler, Anleger und Analysten die Ohren.

          Semantik ist wichtig. Die Kerninflation beschreibt die Inflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel, die sich außerhalb des Einflussbereichs der Geldpolitik befinden. Die EZB hat weder Einfluss auf das Wetter, das hinter der starken Teuerung mancher Nahrungsmittel steckt, noch auf den Zwist zwischen Donald Trump und der Opec, der zurzeit den Ölpreis treibt. Die Kerninflation wird von vielen Ökonomen und auch von der EZB aufmerksam beobachtet – aber sie ist nicht die eigentliche Zielgröße der EZB.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Krankhaftes Sexualverhalten : Wenn die Lust zur Qual wird

          Ähnlich wie Drogen- und Spielsüchtige sind auch Sexbesessene darauf aus, sich stets neue „Kicks“ zu verschaffen. Vielen Patienten könne eine Verhaltenstherapie helfen, sagen Forscher. Jedoch hilft nicht jeder Lösungsansatz.