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Handelsstreit : Entspannung lässt Aktienkurse steigen

  • Aktualisiert am

Börsensaal in Frankfurt Bild: Reuters

Mit Erleichterung reagieren Anleger auf die Entspannung im Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China. Auch der Aktienkurs der Deutschen Bank steigt, weil Anleger auf die strategische Neuausrichtung hoffen.

          Die Annäherung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit beflügelt am Montag die Aktienkurse. Der den deutschen Aktienmarkt breit abbildende F.A.Z.-Index gewinnt 1,6 Prozent auf 2317 Zähler hinzu. Der Standradwerteindex Dax verzeichnet ein etwa ebenso hohes Plus und notiert bei knapp 12.600 Zählern. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx50 steigt, allerdings etwas schwächer um 1,2 Prozent auf 3513 Stellen.

          Der G20-Gipfel habe dieses Mal tatsächlich positiv überrascht, sagt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. „Das Treffen von Donald Trump und Xi Jinping gibt Hoffnung, dass es doch noch zu einer Lösung im Handelskonflikt kommt.“ Allerdings sei Euphorie fehl am Platz. Der Weg sei noch weit, denn die zugrunde liegenden strategischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China würden sich nicht plötzlich in Luft auflösen.

          „Wir sind wieder auf dem richtigen Weg“, hatte Trump nach einem Gespräch mit Xi am Samstag gesagt. Trump sicherte zu, die angedrohte Ausweitung der Strafzölle vorläufig auszusetzen, was eine Vorbedingung Chinas war. Auch hob der Präsident die Blockade gegen den chinesischen Telekomriesen Huawei zunächst wieder auf.

          F.A.Z.-Index

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          Vor diesem Hintergrund griffen Investoren vor allem bei Chipwerten zu. Die Aktienkurse von Infineon und Dialog Semiconductor stiegen um bis zu 7,4 Prozent. Der Index der europäischen Technologiebranche gewann 2,4 Prozent.

          Die Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen, die ebenfalls stark vom China-Geschäft abhängig sind, rückten um bis zu 2,6 Prozent vor und der Branchenindex notierte zur Eröffnung 2,2 Prozent im Plus.

          In China stieg der CSI 300-Index, der die 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, zuletzt um 2,85 Prozent. In Tokio ging es für den japanischen Leitinindex Nikkei um 2,1 Prozent auf 21.730 Zähler nach oben. In Hongkong wurde wegen eines Feiertages nicht gehandelt.

          Vor allem im Mai hatte noch die Furcht vor einer Eskalation des Zollstreits die Börsen weltweit belastet, bevor im Juni wieder etwas Hoffnung auf ein gütliche Einigung aufgekommen war. Beide Seiten hätten starke Anreize, eine Spirale von gegenseitigen Vergeltungsmaßnahmen zu vermeiden, sagte Marktstratege Mark Haefele von der Schweizer Bank UBS. Allzu eilig mit einer Einigung dürften es aktuell aber weder die Vereinigte Staaten noch China haben.

          Deutsche Bank stark

          Der Aktienkurs der Deutschen Bank legte um 2,6 Prozent und damit sogar noch deutlicher zu als der Dax. Das hat allerdings weniger mit der Entspannung im Handelsstreit zu tun als mit der Hoffnung der Anleger, dass die strategische Neuausrichtung von Deutschlands größter Bank endlich vorankommt.

          Auslöser waren Berichte der Nachrichtenagentur Bloomberg und der US-Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“ vom Wochenende, wonach
          die Bank bis zu 20 000 Stellen und damit mehr als ein Fünftel der aktuellen Jobs abbauen will. Die Berichte berufen sich dabei auf Informationen von mehreren Insidern.

          DT. BANK

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          Mit dem Kursplus vom Wochenbeginn könnte sich die zaghafte Erholung des Aktienkurses der letzten Wochen fortsetzen, nachdem die Papiere
          der Deutschen Bank Anfang Juni auf ein Rekordtief von 5,801 Euro gefallen waren. Allerdings gehört die Aktie auf Jahressicht mit
          leichten Verlusten immer noch zu den schwächeren Werten im Dax.

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