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Aufatmen an den Börsen : Entschärfter Handelsstreit gibt Autoaktien Auftrieb

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Nicht nur VW-Aktionäre atmen nach der Entschärfung des Handelskriegs wieder auf. Bild: dpa

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt feiern die abgewendete Eskalation im Handelsstreit zwischen Amerika und der EU. Nicht nur Autoaktien stehen weit oben auf der Kaufliste.

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          Die vorerst gebannte Gefahr von amerikanischen Strafzöllen auf europäische Autos gibt den Börsen Auftrieb. Angeführt von den Fahrzeug-Herstellern legte der Dax am Donnerstag 1,3 Prozent auf 12.742 Punkte zu und der EuroStoxx50 gewann 0,6 Prozent auf 3490 Zähler.

          EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Präsident Donald Trump hatten sich bei ihrem Treffen überraschend darauf geeinigt, Verhandlungen zum Abbau von Handelshemmnissen aufzunehmen. Gleichzeitig verzichten die Vereinigten Staaten vorerst darauf, europäische Autoimporte mit Strafzöllen zu belegen. „Der Trump/Juncker-Pakt ist zwar eine willkommene Atempause, aber kein Grund für ein Freudenfest“, betonten die Experten des Research-Hauses Gavekal.

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          Commerzbank-Analystin Antje Praefcke bezeichnete die Kompromissbereitschaft Trumps als politisches Kalkül. „Denn innerhalb Amerikas regte sich zuletzt erheblicher Widerstand aus der eigenen sowie der Oppositionspartei, vor allem aber auch aus Industrie und Handelsverbänden.“

          Zu den größten Gewinnern gehörten am Mittag Autowerte. Allen voran ging es für Volkswagen unter den besten Dax-Werten um 3,5 Prozent bergauf, BMW folgten mit 3 Prozent Plus. Der europäische Index der Autowerte war gegen Mittag mit einem Anstieg um etwa 2 Prozent führend in der Branchentabelle. Peugeot kletterten in Paris um 2,7 Prozent und erreichten mit 24,39 Euro den höchsten Stand seit 2008.  Zulieferer wie Continental oder Hella waren ebenfalls gefragt und legten bis zu 4,9 Prozent zu.

          VOLKSWAGEN VZ

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          Die Aktien von Daimler hinkten mit Kurszuwächsen von zwei Prozent hinterher. Die Erträge des Stuttgarter Autobauers seien stärker eingebrochen als erwartet, schrieb DZ Bank-Analyst in einem Kommentar.

          Puma-Kurs rutscht ab

          Am Devisenmarkt hielten sich Investoren angesichts der geldpolitischen Beratungen der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Engagements zurück. Die Erwartungen seien gering, betonte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. „Das höchste der Gefühle wäre, dass EZB-Chef Mario Draghi sich zu näheren Hinweisen hinreißen lässt, ob er noch in seiner Amtszeit gedenkt, an der Zinsschraube zu drehen.“ Diese endet im Oktober 2019. Der Euro stagnierte am Donnerstag bei 1,1716 Dollar.

          Bei den deutschen Aktienwerten stand außerdem Puma im Rampenlicht. Mit einem gut achtprozentigen Kursrutsch steuerten die Titel des Sportartikel-Herstellers auf den größten Tagesverlust seit fast zehn Jahren zu. Das Unternehmen hob zwar die Prognose für das Umsatzwachstum auf zwölf bis 14 statt zehn bis zwölf Prozent an. „Das Ziel für den Betriebsgewinn wurde aber nur bekräftigt“, sagte ein Börsianer. „Da hatten einige auf eine Erhöhung gehofft.“ Im Sog von Puma gaben die Titel des Rivalen Adidas 0,3 Prozent nach.

          Die Papiere von Airbus stiegen dagegen in Paris um sechs Prozent auf ein Rekordhoch von 111,16 Euro. Der Flugzeugbauer verdoppelte seinen operativen Gewinn überraschend. Die Analysten des Vermögensverwalters Alliance Bernstein äußerten sich zudem optimistisch über die Geschäftsaussichten. Die technischen Probleme mit den Modellen A320neo und A400M würden voraussichtlich bis Anfang 2019 gelöst.

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