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„Finanzierung gesichert“ : Nimmt Elon Musk Tesla von der Börse?

  • Aktualisiert am

Sorgt mit einem Tweet für Aufregung: Tesla-Chef Elon Musk Bild: AFP

Elon Musk überlegt offenbar, sein Unternehmen von der Börse zu nehmen – und sorgt so für einen kräftigen Kursauftrieb. Dazu trägt auch ein Bericht bei, laut dem ein ausländischer Staatsfonds bei Tesla eingestiegen ist.

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          Tesla-Chef Elon Musk erwägt nach eigenen Angaben, den Elektroauto-Pionier von der Börse zu nehmen. Er denke über einen solchen Schritt nach, twitterte der Firmengründer am Dienstag. Dabei brachte er einen Preis von 420 Dollar je Aktie ins Spiel. Die Finanzierung eines solchen Vorhabens sei gesichert.

          Es war zunächst nicht klar, ob Musk die Erklärung ernst meint. Schließlich ist er auch für eher launische Tweets bekannt. Das Unternehmen selbst reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

          Anleger reagierten heftig – zum Schluss stand bei den Papieren des Elektroauto-Herstellers ein Plus von knapp 11 Prozent auf 379,57 Dollar. In der Spitze waren die Anteilscheine kurz nach der Handelsaufnahme um mehr als 13 Prozent in die Höhe geschnellt. Dies war der höchste Stand seit dem Mitte September 2017 erzielten Rekordhoch bei 389,61 Dollar. In der Folge wurden die Aktien angesichts der Kursschwankungen rund um das Tweet-Gewitter vom Handel ausgesetzt.

          Kurz zuvor hatte bereits ein Zeitungsbericht für kräftigen Kursauftrieb gesorgt, laut dem der Staatsfonds von Saudi-Arabien bei Tesla eingestiegen ist. Der Fonds halte inzwischen drei bis fünf Prozent am Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk, berichtete die „Financial Times“ am Dienstag unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

          Damit hätte der Anteil einen aktuellen Wert zwischen 1,7 Milliarden und 2,9 Milliarden Dollar. Der über mehr als 250 Milliarden Dollar an Anlagegeldern verfügende Staatsfonds wäre damit einer der fünftgrößten Tesla-Aktionäre. Stellungnahmen von Tesla und PIF lagen zunächst nicht vor.

          Wird bald eine Kapitalerhöhung nötig?

          Tesla geht derzeit hohes Risiko mit seinem Hoffnungsträger Model 3, und an den Finanzmärkten laufen sehr viele Wetten auf Kursverluste der Aktien. Die Produktion des ersten günstigeren Teslas für die breite Masse verschlingt enorm viel Geld, kam aber noch nicht wie erhofft in die Gänge. Zuletzt gab es allerdings schon deutliche Fortschritte.

          Tesla

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          Einige Analysten gehen angesichts des Model-3-Aufwands und Teslas ambitionierter Expansionspläne – es sollen beispielsweise große Fabriken in China und Europa gebaut werden – davon aus, dass bald eine Kapitalerhöhung nötig wird. Musk wies dies bislang stets zurück und versprach Anlegern sogar, dass die bislang verlustreiche Firma bald profitabel wird.

          Dem Bericht der „Financial Times“ zufolge hatten die Saudis zunächst neu ausgegebene Aktien kaufen wollen, dies habe Tesla jedoch abgelehnt. Daraufhin habe der Staatsfonds sich mit Hilfe der Großbank JPMorgan am Markt mit den Papieren eingedeckt.

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