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Börsengang von Xos : Jetzt kommt der nächste Tesla-Herausforderer

Werbematerial von Nikola: Das Unternehmen konnte mit dem Versprechen von Elektro-Trucks viele Anleger überzeugen. Bild: AFP

Der Elektro-Truck-Hersteller Xos strebt an die Börse. Droht ein weiteres Debakel wie bei Nikola oder kommt eine Erfolgsgeschichte?

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          Es ist ein Versprechen, dessen Erfüllung Tesla-Chef Elon Musk schon mehrfach verschieben musste: Ein Lastwagen, der nur mit Batteriebetrieb fährt und damit auf Reichweiten von bis zu 1000 Kilometern kommt. Und doch beflügelt die Aussicht auf die elektrische Revolution des Fernverkehrs die Anleger rund um den Globus. 

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nun kündigt sich ein neuer Spieler in dem Markt an: Nach Nikola und Lion traut sich mit Xos ein weiteres Start-up an die Börse, das sich auf die Entwicklung und den Bau von Elektro-Lastwagen konzentriert. Der Schritt an den Aktienmarkt erfolgt über einen sogenannten SPAC, also einen dieser Börsenmäntel, die zunächst ohne Inhalt an die Börse gebracht werden, und die dieser Tage unglaublich beliebt sind: Durch eine Verschmelzung mit der Mantelgesellschaft NextGen Acquisition Corp, wie Xos nun mitteilte. Die Mantelgesellschaft wird mit zwei Milliarden Dollar bewertet. Xos bringt das Geschäft 575 Millionen Dollar ein. Neue Investoren wie der Finanzinvestor Janus Henderson Group und die Vereinigung von Lastwagenhändlern Thompson Truck Centers steuern dazu 220 Millionen Dollar bei.

          Kursabsturz nach hohen Versprechen

          Doch bei Börsenmantel und E-Truck-Hersteller werden unweigerlich Erinnerungen an Nikola wach. Das Unternehmen war ebenfalls über einen SPAC an die Börse gegangen, was zum Beispiel mit abgespeckten Berichtspflichten einhergeht. Gründer Trevor Milton hatte - ganz im Stil von Tesla-Chef Musk - davon geschwärmt, mit Batterie- und Wasserstofftechnik den gesamten Lastwagen-Markt zu revolutionieren und konnte sogar den größten amerikanischen Autohersteller General Motors als Partner anlocken. Doch Berichte über Lug und Trug bei Nikola ließen den Aktienkurs zusammenschmelzen; von umgerechnet mehr als 60 Euro im vergangenen Sommer auf aktuell noch 16 Euro.

          Xos wirbt mit einer elektronischen Plattform, auf der viele verschiedene Fahrzeuge aufbauen können. Bekanntester Nutzer ist nach Angaben des Unternehmens der Paketzusteller UPS in den Vereinigten Staaten. Aber auch der Geldtransportdienst Loomis und die Spedition Lone Star zählen zu den Kunden. Das Unternehmen sieht seine Zielgruppe also weniger in der Langstrecke als vielmehr im sogenanten Letzte-Meile-Verkehr, also bei Transportern, die auf kürzeren Strecken Waren transportieren. Das Führungsteam besteht aus den beiden Flotten-Managern Dakota Semler und Gio Sordoni sowie Rob Ferber, der im Gründungsteam von Tesla dabei war. 

          Dass an der Börse derzeit alles zieht, was nach Mobilität der Zukunft aussieht, zeigt sich auch in einer weiteren Meldung vom Dienstag: So hat der größte amerikanische Pensionsfonds Calpers seine Anteile an dem Elektro-Auto-Hersteller Nio im Schlussquartal 2020 noch einmal um 10 Prozent aufgestockt auf nun 2,6 Millionen Papiere. Die Nio-Aktie ist innerhalb eines Jahre von knapp 4 Dollar auf aktuell mehr als 50 Dollar hochgeschossen.

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