https://www.faz.net/-gv6-9e5iw

Ein Joint und ein Rücktritt : Tesla kommt nicht zur Ruhe

Gefährdet er seine Unternehmen? Elon Musk twittert gern unbedacht – und zieht vor laufender Kamera an einem Joint. Bild: Screenshot Youtube/JRE Clips

Tesla-Chef Elon Musk dementiert Gerüchte, er habe unter Mariuhana-Einfluss gestanden, während er den Börsenrücktritt von Tesla verkündete. Auch jüngste Rücktritte von Topmanagern belasten das Unternehmen. Der Aktienkurs fiel zeitweise um 10 Prozent.

          Elon Musk sah sich kürzlich bemüßigt, klarzustellen, er habe nicht unter dem Einfluss von Marihuana gestanden. Er tat das in einem Interview mit der „New York Times“, und es ging um seinen Zustand, als er im August überraschend per Twitter verkündete, den von ihm geführten Autohersteller Tesla von der Börse nehmen zu wollen – ein Plan, den er mittlerweile wieder aufgegeben hat.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Musk sagte der Zeitung, er sei nicht high gewesen, als er den Twitter-Eintrag verfasst habe. Marihuana sei „nicht hilfreich für Produktivität“, und es gebe einen Grund, warum das Wort „stoned“ existiere, da man nach dem Konsum von Marihuana „nur dasitzt wie ein Stein“. All das hielt Musk jetzt aber nicht ab, in einem Interview vor laufender Kamera einen Zug aus einem Joint zu nehmen. Der Komödiant Joe Rogan zündete während seines Podcasts eine Zigarette an, sagte zu Musk, darin sei Marihuana enthalten, und der Tesla-Chef nahm einen tiefen Zug.

          Im weiteren Verlauf des mehr als zwei Stunden langen Gesprächs sagte er aber, er sei kein regelmäßiger Konsument von Marihuana und wiederholte, dies sei nach seiner Meinung schlecht für die Produktivität. In dem Interview mit der „New York Times“ hatte Musk kürzlich zugegeben, Schlafmittel zu nehmen. Die Zeitung schrieb außerdem, dem Verwaltungsrat sei bewusst, dass Musk gelegentlich auch andere Drogen genommen habe.

          Tesla

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Nicht nur der Joint bescherte Tesla am Freitag Aufmerksamkeit. Das Unternehmen teilte auch mit, dass Dave Morton seinen Posten als Verantwortlicher für das Rechnungswesen („Chief Accounting Officer“) nach nicht einmal einem Monat niederlegt hat, und der Finanzmanager gab dafür eine sehr ungewöhnliche Begründung: „Seit ich am 6. August zu Tesla gekommen bin, haben das Niveau der öffentlichen Aufmerksamkeit für Tesla sowie die Geschwindigkeit innerhalb des Unternehmens meine Erwartungen überschritten.“ Morton fügte hinzu, er glaube weiter an Tesla, und es habe keine Meinungsverschiedenheiten mit der Führung des Unternehmens oder mit Blick auf die Finanzberichterstattung gegeben.

          An der Börse sorgte die Nachricht aber für erhebliche Unruhe, der Aktienkurs von Tesla fiel zeitweise um 10 Prozent auf unter 258 Dollar. Er ist jetzt weit von dem Preis von 420 Dollar entfernt, den Musk vor einigen Wochen für einen möglichen Börsenrückzug ins Spiel gebracht hat. Er liegt auch deutlich unter dem Kurs von rund 342 Dollar vor Musks Ankündigung.

          Tesla hat in jüngster Zeit eine Reihe von Topmanagern verloren. Am Freitag berichtete die Nachrichtenagentur „Bloomberg“, dass Personalchefin Gabrielle Toledano nach einer Auszeit von ihrer Position nicht mehr ins Unternehmen zurückkehren wird. Auch Doug Field, der einmal für die Produktion des „Model 3“ von Tesla verantwortlich war, hat das Unternehmen vor geraumer Zeit verlassen und beim Elektronikkonzern Apple angeheuert.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Unsere Sprinter-Autorin: Ilka Kopplin

          FAZ.NET-Sprinter : Aufatmen oder Aufsehen?

          Ein Warnsignal von Donald Trump lässt deutsche Autobauer bangen. An der Börse sorgt derweil ein Zahlungsabwickler für Aufsehen. Wenigstens können die Schulen aufatmen – zumindest vorerst. Das Wichtigste im FAZ.NET-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.