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Edelmetalle : Ist der Preisverfall von Gold vorbei?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, in Gold zu investieren Bild: dpa

Der Goldpreis ist in diesem Jahr kräftig gefallen. Jetzt erwarten Analysten im Schnitt einen leichten Anstieg bis Jahresende. Können die gebeutelten Goldanleger also langsam aufatmen?

          Der Goldpreis hat in diesem Jahr einen recht kräftigen Verfall hinter sich. Von zeitweise 1356 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) im Januar ist er auf einen Tiefpunkt im August von 1173 Dollar gefallen – also um rund 14 Prozent. Zuletzt aber scheint sich der Preis wieder etwas gefangen zu haben. Seit rund vier Wochen pendelt er um die 1200 Dollar, neue Tiefs wurden nicht mehr getestet. Ist das jetzt schon das Ende der Talfahrt? Können die gebeutelten Goldanleger also langsam aufatmen?

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zumindest im Großen und Ganzen rechnen die Gold-Fachleute für dieses Jahr nun nicht mehr mit viel niedrigeren Preisen, auch wenn sie einzelne Tiefschläge nicht ausschließen. Im Mittel (Median) erwarten die Gold-Analysten der Banken zum Jahresende 1250 Dollar, also etwas mehr als jetzt. Am Donnerstag legte der Goldpreis ein bisschen zu, um 0,3 Prozent auf 1211,50 Dollar. „Die Stabilisierung beim Goldpreis in den vergangenen vier Wochen ist schon ein gutes Indiz dafür, dass die Bodenbildung um die Marke von 1200 Dollar gelingen könnte“, meint jedenfalls Frank Schallenberger, Rohstoff-Analyst der Landesbank Baden-Württemberg.

          Selbst die Gold-Spekulanten hätten ihre Short-Positionen, also die Wetten auf fallende Goldpreise, die Ende August noch Rekordstände erreicht hatten, zuletzt etwas reduziert. Dennoch setzten sie immer noch mit mehr als 20 Milliarden Dollar auf fallende Goldpreise, sagt Schallenberger: „Wenn hier der Trend zum Schließen der Positionen einsetzt, könnte es mit dem Goldpreis recht zügig wieder nach oben gehen.“ Auch Giovanni Staunovo, Rohstoffanalyst der Schweizer Großbank UBS, meint:

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          „Wir sehen die Tiefststände für Gold in diesem Quartal.“ Kurzfristig dürften die Händler am Goldmarkt jetzt vor allem auf die Kommunikation der amerikanischen Notenbank zum wahrscheinlichen Zinsschritt am 26. September blicken. „Die physische Nachfrage, insbesondere aus Asien, scheint anzuziehen.“ Ein Indikator dafür könnten die Goldexporte der Schweiz sein, deren Zahlen am Donnerstag veröffentlicht wurden. Der Hintergrund:

          Schweizer Raffinerien bereiten einen erheblichen Teil des in aller Welt nachgefragten Goldes auf. Aus den Zahlen lassen sich somit, in aller Vorsicht, gewisse Informationen über die globale physische Goldnachfrage ableiten. Die Gold-Exporte der Schweiz sind nun im August um 30 Prozent gegenüber dem Vormonat auf beinahe 151 Tonnen gestiegen. Größter Abnehmer war China. Das Land kaufte im August 44,3 Tonnen Gold aus der Schweiz, mehr als doppelt so viel wie im Juli. Außerdem wurden 3,3 Tonnen an Hongkong geliefert. Indien war mit 39,5 Tonnen auf Platz zwei. Zudem erhielt Thailand 21,2 Tonnen Gold aus der Schweiz und lag damit an dritter Stelle.

          „Mit Blick auf die Preisentwicklung bei Gold in den kommenden Monaten erwarten wir, dass das Gröbste der Talfahrt überstanden ist“, kommentierte Jan Edelmann, Analyst der HSH Nordbank. Zwei Faktoren seien jetzt entscheidend: die amerikanischen Realzinsen – und die Schwellenländer. „Entwickeln sich die Realzinsen weiter positiv, dürfte dies tendenziell auf dem Goldpreis lasten“, meint Edelmann. „Sollten die Schwellenländer wieder an Dynamik gewinnen, dürfte der Goldpreis davon eher profitieren.“

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