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Edelmetalle : Silber und Palladium sind die Favoriten

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Der Edelmetallhändler Heraeus ist für 2019 insgesamt optimistisch. besonders wenn es um Palladium und Silber geht. Aber auch Gold könnte heller glänzen.

          Der weltweit größte Edelmetalldienstleister Heraeus erwartet für 2019 unter Schwankungen steigende Edelmetallpreise. Die zunehmenden wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten sollten zu einer verstärkten Nachfrage nach Gold und Silber führen.

          Die amerikanische Notenbank scheine wieder vorsichtiger zu agieren und so könnte ein temporär schwächerer Dollar den Goldpreis stützen. Die Gesamtsituation berge Potential für unerwartete Spannungen. Gold könne als Instrument genutzt werden, um Währungsschwankungen abzusichern. Zudem träten Zentralbanken wieder vermehrt als Goldkäufer auf und stützen somit die Nachfrage. Für 2019 erwartet Heraeus einen Goldpreis zwischen 1.225 und 1.450 Dollar.

          Im Schlepptau dürfte auch der Silberpreis steigen, so der Edelmetallhändler. Er könnte sogar stärker steige, weil die Basisnachfrage aus der Industrie wachse. Neuinstallationen in der Photovoltaik sollten einen höheren Verbrauch bewirken. Zusätzlich sei Silber in der Fahrzeugelektronik, Smartphones, Tablets uam. notwendig. Dagegen seien die Silberstände bei Investoren 2018 zurückgegangen und auch in ETFs um 280 Tonnen gefallen.

          Im Vergleich zu Gold sei Silber mit 1/83 obendrein unterbewertet. Gold-Silber-Verhältnisse von mehr als 80 seien nie von langer Dauer gewesen. Insofern erwartet Heraeus 2019 einen Silberpreis  zwischen 14,50 und 20 Dollar.

          Auch für Palladium ist der Edelmetallhändler optimistisch. Die stark gestiegene industrielle Nachfrage werde zu Preissteigerungen führen. Der Palladiumengpass werde 2019 anhalten. Die Automobilindustrie, die Palladium in Abgaskatalysatoren für Ottomotoren einsetze, sei mit 81 Prozent der stärkste Abnehmer. Ein leichtes Marktwachstum und strengere Abgasregelungen in China erhöhen sollten die Nachfrage antreiben. Trotz eines leichten Produktionsüberschusses bleibe ein Defizit von 17 Tonnen. Streiks südafrikanischer Minenarbeiter könnten dieses Defizit erhöhen. Auch seien die sichtbaren ETF-Bestände seien von 39,4 Tonnen auf etwa 20 Tonnen geschrumpft. Den Preis sieht Heraeus 2019 zwischen 1.130 Dollar und 1.650 Dollar.

          Umgekehrt sind die Erwartungen für den Platinpreis gedämpft. Die geringere Nachfrage nach Dieselmotoren sorge weiter für einen Überschuss. Platin wird in Dieselabgaskatalysatoren eingesetzt. Auch die Nachfrage aus der Schmuckindustrie, könne sich schwächer entwickeln. Ein leichter Nachfrageanstieg könnte von chinesischen und amerikanischen Ölraffinerien und der chemischen Industrie kommen.

          Das Angebot werde um 1 Prozent wachsen. Streiks könnten den Preis temporär stützen. Insgesamt wird ein Produktionsüberschuss von 21 Tonnen Platin erwartet. Die enge Korrelation zu Gold könnte den Preis aber temporär stützen und sich diesen in einer Bandbreite zwischen 700 und 950 Dollar bewegen lassen.

          In den kommenden zehn Jahren werde die Platin- und Palladiumproduktion aus Minen zurückgehen und das Recycling an Bedeutung gewinnen. Nicht ausreichend hohe Preise bei gleichzeitig hohen und weiterwachsenden Förderkosten hätten zu einer Konsolidierung geführt. Ab 2020 würden Minenschließungen wirksam.

          Auf der anderen Seite werde die Nachfrage nach Platin aufgrund von Veränderungen in mobilen Antriebstechnologien zurückgehen. In der kommenden Dekade sei daher mit einem Platinüberschuss zu rechnen. Ab 2030 aber werde sich die Nachfrage aus der Brennstoffzellentechnologie bemerkbar machen.

          Dagegen werde der Bedarf an Palladium wegen des weltweit wachsenden Automobilabsatzes trotz zunehmender Elektrifizierung in der nächsten Dekade weiter zunehmen.

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