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DWS-Prognose 2021 : Optimistisch, aber mit Vorbehalt

Die DWS ist optimistisch Bild: EPA

Das kommende Jahr könnte an den Kapitalmärkten gut verlaufen, meint die Fondsgesellschaft DWS. Voraussetzung ist, dass bei der Überwindung der Corona-Pandemie nichts schief geht.

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          2020 war das Jahr der Corona-Krise, auf 2021 lässt sich mit viel Optimismus schauen. Das findet zumindest die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, die DWS. An den Märkten sei eine schnelle Erholung eingepreist, mit einem Impfbeginn in den Vereinigten Staaten noch im Dezember und in Europa im ersten Quartal. Spätestens Ende des dritten Quartals geht man von einer weitgehend flächendeckenden Impfung aus, so dass alle Restriktionen spätestens gegen Jahresende aufgehoben würden. Eine gewisse Skepsis bringt Chefanlagestratege Stefan Kreuzkamp dennoch mit. Voraussetzung sei, dass nichts schief gehe, etwa das Virus nicht mutiere wie nun im Falle der Nerze, dass alle Hürden schnell genommen werden könnten und sich die Impfstoffe auch tatsächlich als so effektiv erwiesen wie angenommen. "Eine große Fehlertoleranz gibt es dabei nicht", sagt Kreuzkamp.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dies berücksichtigend geht die DWS nichtsdestoweniger von einer raschen starken Erholung aus. "Wir erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone bereits Ende des Jahres 2022 wieder das Vorkrisenniveau erreichen wird", sagt Kreuzkamp. Das sei extrem schnell, nach der großen Finanzkrise habe die Rückkehr immerhin knapp sieben Jahre gedauert. Unterstützung komme auch von der Geldpolitik, die sich nicht wesentlich ändern werde, auch bis wenigstens 2023 nicht, zumal die Inflation im kommenden Jahr kein Problem sein werde, weil noch genügend ungenutzte Kapazitäten vorhanden seien.

          Ändern könne sich das in den Jahren danach, weil aufgrund der Krise trotz allem weniger Kapazitäten vorhanden seien. Dies aber würden die Zentralbanken berechtigterweise in Kauf nehmen, nicht zuletzt wegen der hohen Staatsschulden. Italien werde mehr als zehn Jahre benötigen, um das Vorkrisenniveau zu erreichen. Ein zweites Griechenland aber drohe hier nicht. Wenig Einfluss erwartet Kreuzkamp letztlich von der Änderung der Machtverhältnisse in Amerika. Radikale Änderungen seien nicht sehr wahrscheinlich, der globale Handel dürfte von mehr Berechenbarkeit der amerikanischen Politik profitieren.

          Für Aktien sei der Ausblick "überraschend konstruktiv", sagt Kreuzkamp. Amerika sei weiter im Vorteil, weil es Europa an wachstumsstarken Unternehmen mangele und man von einem stabilen Wechselkurs im Bereich von 1,15 Dollar ausgehe - übrigens die einzige Voraussage der DWS aus dem im Juni, die nicht eintraf. Der Dollar spiegele seit April hauptsächlich die Risikowahrnehmung wider und weniger die wenig ausgeprägten Zinsdifferenzen. Der Dollar sei in Zeiten hoher Unsicherheit zur Risikoabsicherung gefragt.

          Einen grundsätzlichen Favoritenwechsel erwartet man nicht. Weiter setzt man auf die großen Technologieaktien. Auch glaubt Kreuzkamp nicht an eine Aufholrally der Substanzwerte. Das sei kurzfristig möglich, insgesamt fehle aber dafür das Fundament. Der klarste Krisen-Gewinner sei jedoch durch den Trend zur CO2-Neutralität die Klimatechnik.

          Wenig verändert seien auch die Aussichten für Zinsanlagen. Im Mittelpunkt blieben Unternehmensanleihen, vor allem aus asiatischen Schwellenländern. Staatsanleihen seien mit Ertragserwartungen von 0,5 Prozent vor allem zur Risikobegrenzung wichtig.

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