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Drohender Handelskrieg : Belastung für Aktienkurse in Asien

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström auf dem Asean-Treffen Bild: EPA

Die drohenden Strafzölle aus Amerika belasten die Aktienkurse und lassen Asiaten und Europäer näher aneinanderrücken.

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          Die Europäische Union prüft Vergeltungsmaßnahmen gegen die Vereinigten Staaten. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte angekündigt, in der nächsten Woche Strafzölle von 25 Prozent auf Stahl und 10 Prozent auf Aluminium verhängen zu wollen. „Wir schließen Vergeltungsmaßnahmen nicht aus“, sagte die europäische Handelskommissarin Cecilia Malmström am Freitagvormittag auf dem Geschäfts-Gipfel der zehn südostasiatischen Staaten (Asean) und der Europäischen Union (EU) in Singapur. „Die ist vollkommen unfair und wir werden (das Thema) ganz sicher vor die Welthandelsorganisation (WTO) bringen“, kündigte sie an. Auf die Frage, ob Trumps Ankündigung einen Handelskrieg auslösen werde, warnte die EU-Kommissarin davor, das Wort „Krieg“ leichtfertig zu verwenden. „Aber ganz sicher ist das keine gute Entwicklung. Ich bin sehr beunruhigt.“

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Am Freitagmorgen sanken die Aktienkurse in Asien und Australien aufgrund des Konfliktes auf breiter Front weiter. Der Index Nikkei 225 büßte am Morgen fast 3 Prozent ein, die Kurse in Sydney und Singapur gaben im Verlauf um jeweils ein Prozent nach, der Hang Seng in Hongkong notierte 1,6 Prozent tiefer. Die beiden Prüfungen der Amerikaner betreffen rund 2 Prozent des gesamten Import im vergangenen Jahr: Die Stahleinfuhr macht rund 29 Milliarden Dollar aus, diejenige von Aluminium 17 Milliarden Dollar. In beiden Fällen handelt es sich um die größte Prüfung von Einfuhren, die Trump bislang veranlasst hat. Sie übertreffen die Sektoren der Sonnenkollektoren und Waschmaschinen, auf die Trump Ende Januar Zölle verhängt hatte, bei weitem.

          Europa sucht die Nähe zu Asien

          Nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Probleme mit Amerika sucht Malmström die Nähe zu den Asiaten. Europa hat in der Region viel Ansehen verloren, weil die versprochenen Handelsverträge nicht vorankommen. Das Freihandelsabkommen mit Singapur – einer „Bastion des Freihandels“, wie Malmström sagte – und dasjenige mit Vietnam müssen seit langem ratifiziert werden. Die Kommissarin erklärte am Rande des Gipfels der Asean-Wirtschaftsminister in Singapur, sie hoffe auf ein positives Ergebnis bis Ende des Jahres. Während das Abkommen in Singapur an Detailfragen hängt, wie etwa der Unabhängigkeit von Gewerkschaften im rigiden Stadtstaat, wurde es in Vietnam durch die Entführung eines geflohenen Unternehmenschefs am helllichten Tag aus Berlin ausgebremst.

          Nicht nur Malmströms Visite deutet auf einen allmählichen Kurswechsel: Mit Blick auf die Militärdiktatur Thailand hatte die EU vor wenigen Wochen eine Umkehr eingeleitet. Obwohl sich am Regime nichts geändert hat, erlaubt nun wieder bilaterale Treffen der Regierungsmitglieder aus Europa und Thailand – sie waren nach dem Putsch vor vier Jahren ausgesetzt worden. Dass macht es möglich, die Freihandelsgespräche wieder aufzunehmen.

          Langfristig, so Malmström, halte die EU weiter daran fest, ein Abkommen mit dem Asean-Block zu schließen. Sie suche „moderne Abkommen, die auf gleichen Werten basierten“, sagte Malmström – was dann regelmäßig zu Auseinandersetzungen führt, die die Südostasiaten ablehnen. Es wird schwer für die Europäer, gleiche Werte mit den Generälen in Thailand, Präsident Rodrigo Duterte, der auf den Philippinen die Menschenrechte nach Belieben verletzt, oder den Militärs in Burma (Myanmar), die immer noch die Fäden ziehen, auszumachen.

          Die EU ist Aseans zweitgrößter Handelspartner nach China. Mit rund 900 Milliarden Dollar sind die Europäer zugleich der größte ausländische Investor in Asean. Derzeit ist die Region als Block die sechstgrößte Volkswirtschaft, bis 2030 könnte sie hinter Amerika, China und Europa die Nummer vier geworden sein. Die Wirtschaftsleistung der zehn Länder mit ihren fast 700 Millionen Einwohner lag 2016 bei 2,55 Billionen Dollar.

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