https://www.faz.net/-gv6-9m9rb

Aktienmarkt in Down Under : Null-Inflation treibt die australische Börse

An der australischen Börse in Sydney stehen die Aktienkurse auf dem höchsten Stand seit gut elf Jahren. Bild: AFP

In Australien herrscht an der Börse gute Laune. Der Aktien-Leitindex notiert auf dem höchsten Stand seit 11 Jahren, Anlageprofis warnen aber schon.

          Die Hoffnung auf eine weitere Zinssenkung und die guten Nachrichten aus Übersee haben den Aktienmarkt in Australien auf den höchsten Stand seit gut elf Jahren getrieben. Da die Teuerungsrate anders als erwartet mit nur 1,3 Prozent im Quartal stabil geblieben ist, hoffen die Börsianer auf die Notenbank:

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Um die Wirtschaft anzufeuern, könnte sie nun noch vor der Wahl am 18. Mai die Zinsen weiter zurücknehmen. Denn die Reserve Bank of Australia plant mit einem Inflationskorridor zwischen 2 und 3 Prozent. Auch wenn eine Zinssenkung kurzfristig die Märkte anheizte, warnen Profis vor einem Strohfeuer: „Wir sind ganz sicher in der Schlussphase des längsten zyklischen Aufschwungs der jüngeren Geschichte“, warnte Brian Deese von Blackrock.

          Der S&P/ASX-200-Index gewann am Mittwoch 62,7 Punkte oder ein Prozent und endete bei 6382,1 Punkten, seinem höchsten Stand seit Juli 2007. Der weiter gefasste All Ordinaries stieg um 59,5 Punkte oder 0,9 Prozent auf 6470,6 Punkte. Die Reserve Bank of Australia hatte in den vergangenen Wochen mehrfach auf die gut laufende Wirtschaft verwiesen, allerdings bemängelt, dass das Wachstum von immer noch 2,75 Prozent nicht auf die Löhne durchschlage. Die Geschäftsbanken üben nach der harschen Kritik im vergangenen Jahr Vorsicht bei den Ausleihungen.

          Am Mittwoch legten die Finanzwerte dann um gut ein Prozent zu. Die starken Minenwerte indes verloren weiter, weil der Goldpreis auf ein Jahrestief fiel und Unklarheit über Chinas Nachfrage nach Erz und Kohle herrscht. Der australische Dollar verbilligte sich wegen der gedämpften Aussichten und notierte nur noch bei 70,2 amerikanischen Cent.

          Ausreißer in einem sowieso starken Markt war die Aktie des Babynahrungsherstellers Bellamy’s Australia: Sie legte am Mittwoch um knapp 16 Prozent zu, am Mittag waren es noch 24 Prozent gewesen. Zuvor hatten chinesische Behörden einigen Produkten grünes Licht gegeben. Das auch in Frankfurt gehandelte Papier hat in Jahresfrist gut die Hälfte seines Wertes verloren, im vergangenen Vierteljahr aber wieder 26 Prozent gewonnen.

          Weitere Themen

          Aktionäre entlasten Vorstand und Aufsichtsrat

          Deutsche Bank : Aktionäre entlasten Vorstand und Aufsichtsrat

          Aktionäre prangern auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank das Missverhältnis von Boni zu Dividenden an. Das zeigt sich auch in schlechten Zustimmungswerten für Aufsichtsratschef Achleitner.

          Ölpreis fällt deutlich

          Wachstumssorgen : Ölpreis fällt deutlich

          Sorgen um das Wachstum der Weltwirtschaft wegen der Eskalation des chinesisch-amerikanischen Konflikts lassen am Donnerstag die Ölpreise stark fallen.

          Die größten Börsengänge Video-Seite öffnen

          Das sind die Top 10 : Die größten Börsengänge

          Uber wird bei seinem Börsengang etwas mehr als acht Milliarden Dollar erlösen – und kommt damit nicht unter die Top 10 der größten Börsengänge. Die ersten vier Plätze belegen Konzerne aus China; aus Deutschland ist ein Unternehmen dabei.

          Topmeldungen

          Verstehen sich: EU-Kommissionspräsident Juncker und Kanzlerin Merkel.

          Juncker über Merkel : „Die Geschichte wird ihr Recht geben“

          Merkel habe in der Flüchtlingskrise „richtig gehandelt“, lobt der scheidende EU-Kommissionspräsident. Österreich und Ungarn wären „unter der Last der Flüchtlinge zusammengebrochen“, hätte Deutschland seine Grenzen nicht geöffnet.
          Lencke Steiner, Spitzenkandidatin der Bremer FDP für die Bremer Bürgschaftswahl, könnte einem Jamaika-Bündnis im Wege stehen.

          FDP in Bremen : Im Reich des Tschakka

          Die aus dem Fernsehen bekannte Spitzenkandidatin der Bremer FDP, Lencke Steiner, gilt als Marketingtalent, aber auch als Hindernis für eine Jamaika-Koalition – beides steht in einem Zusammenhang.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.