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Amerikanische Börse : Dow nähert sich Vor-Corona-Niveau

  • Aktualisiert am

Die Statue „Fearless Girl“ (Furchtloses Mädchen) vor der New Yorker Börse. Bild: AFP

Einen Tag nach dem historischen Wechsel in der Inflationspolitik der amerikanischen Notenbank Fed hat der Leitindex Dow Jones nochmals zugelegt. Im Jahresverlauf liegt er neuerdings wieder im Plus.

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          Der Dow Jones Industrial hat am Freitag einen weiteren Schritt zu seinem Niveau vor dem Corona-Crash gemacht. Am Tag nach dem historischen Wechsel in der Inflationspolitik der amerikanischen Notenbank Fed legte der Leitindex um 0,57 Prozent auf 28.653,87 Zähler zu. Damit verbuchte er ein Wochenplus von 2,6 Prozent. Im Jahresverlauf liegt er neuerdings wieder im Plus.

          Anders als zuletzt entwickelte sich der von Technologiewerten geprägte Auswahlindex Nasdaq 100 im Gleichschritt, indem er 0,58 Prozent auf 11 995,86 Punkte gewann. Am Vortag war er zeitweise schon über die Marke von 12 000 Punkten gestiegen, nun gelang ihm kein neuer Rekord. Dieses Kunststück schaffte nur der marktbreite S&P 500, der über 3500 Punkten aus dem Handel ging. Er schloss 0,67 Prozent höher bei 3508,01 Zählern.

          Laut den Chartexperten von Index-Radar bleiben amerikanische Aktien mit kaum spürbaren Ermüdungserscheinungen auf ihrem Aufwärtskurs. Experten zufolge half die Aussicht auf eine noch lange Zeit lockere Geldpolitik den Kursen dabei weiter nach oben. Positiv angemerkt wurden zu Wochenschluss auch positive Konjunktursignale, darunter überraschend hohe Ausgaben der amerikanischen Konsumenten und ein stärker als erwartet aufgehelltes Konsumklima.

          Am Donnerstag hatte die Fed angekündigt, dass das Inflationsziel von zwei Prozent künftig ein Durchschnittsziel sein soll. Am Markt wurde dies als starkes Zeichen für eine ungebrochen lockere Geldpolitik gewertet - eine Aussicht ganz nach dem Geschmack der Anleger, sagten Börsianer. Im Gegensatz zu den europäischen Indizes, die nach der Entscheidung unter einer Euro-Stärke litten, wurde der schwache Dollar eher zur Stütze für die amerikanischen Börsen.

          Zukunft von Tiktok in Amerika

          Ein zentrales Thema blieb am Freitag weiter die Zukunft der Video-App Tiktok in den Vereinigten Staaten. Walmart und Microsoft gelten nun gemeinsam als Favoriten für den von Präsident Donald Trump verlangten Verkauf der amerikanischen Aktivitäten durch den chinesischen App-Betreiber Bytedance. Walmart knüpften mit plus 2,7 Prozent und einem neuen Rekord an ihren Kurssprung vom Vortag an, Microsoft legten nochmals um 1 Prozent zu.

          Im Dow ganz vorn waren jedoch die 3,3 Prozent höheren Aktien des Getränkeherstellers Coca-Cola, der im Zuge einer großangelegten Neuorganisation seiner Geschäfte tausende Stellen streichen will. Im Zuge des geplanten Umbaus will sich der Pepsi-Rivale organisatorisch deutlich schlanker aufstellen.

          Unter den großen amerikanischen Technologiekonzernen wie Apple, Alphabet oder Amazon, die zuletzt Bestmarken in Serie schrieben, setzte am Freitag zunächst nur Tesla seine Rekordrally fort. Erstmals schafften es die Aktien kurz über die Marke von 2300 Dollar, dann versiegte aber der Schwung. Am Ende verloren sie etwas mehr als ein Prozent.

          Unter den Nebenwerten sorgten noch einige Quartalsberichte für Gesprächsstoff. Positiv aufgenommen wurden die Zahlen der Computerkonzerne HP Inc und Dell, deren Aktien jeweils um etwas mehr als sechs Prozent stiegen.

          An der Nasdaq setzten sich die Aktien von Workday nach dem Quartalsbericht des Spezialisten für Cloud-Software mit einem Kurssprung um 12,6 Prozent oben fest. Begründet wurde dies mit übertroffenen Erwartungen.

          Der Eurokurs legte mit zuletzt gezahlten 1,1899 US-Dollar gegenüber seinem Vortagsniveau zu. Der verkündete Wechsel in der Fed-Strategie lastete umgekehrt weiter auf dem US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,1915 (Donnerstag: 1,1806) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8393 (0,8470) Euro.

          Bei den amerikanischen Staatsanleihen legten die Kurse in den meisten Laufzeiten etwas zu. Richtungweisende zehnjährige Anleihen gewannen 7/32 Punkte auf 99 Punkte. Sie rentierten mit 0,73 Prozent.

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