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Angst vor einem Handelskrieg : Trump-Protektionismus belastet Börsen in Asien

Die angekündigten Strafzölle von Präsident Trump bereiten nicht nur Aktienhändlern in New York Sorgen. Bild: AFP

Die neuen Stahleinfuhrzölle Amerikas stoßen auf Sorge. Australien warnt vor einem Handelskrieg, Südkorea und Japan fühlen sich ungerecht behandelt. Die Aktienkurse der Stahlkocher geben deutlich nach.

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          Die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, die Einfuhr von Stahl und Aluminium mit flächendeckenden Zöllen zu belegen, hat in Asien die Furcht vor einem Handelskrieg verstärkt. Die Aktien von Stahlherstellern in Südkorea oder Japan verloren deutlich, auch die allgemeinen Aktienindizes gaben nach.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          An der Wall Street hatten bereits die-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland nachgegeben. Der Dow Jones beendete die Sitzung 1,7 Prozent und der Nasdaq 1,3 Prozent tiefer. Der S&P500 fiel um 1,3 Prozent.

          Trump hatte in der Nacht zum Freitag angekündigt, die Einfuhr von Stahl mit einem Zoll von 25 Prozent und die von Aluminium mit 10 Prozent zu belegen. Die Zölle sollen kommende Woche formal angekündigt werden.

          Die Zölle würden nichts anderes erreichen als den Handel zu verzerren und letztlich Arbeitsplätze kosten, sagte Australiens Handelsminister Steven Ciobo. Er warnte davor, dass andere Länder Vergeltungsmaßnahmen ergreifen könnten. „Das liegt im Interesse von niemandem“, sagte Ciobo in Sydney.

          „Der Einfluss auf China ist nicht groß“, kommentierte der chinesische Eisen- und Stahlverband nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters. „Gegen Trump kann man nichts machen. Wir sind ihm gegenüber schon taub.“ Obwohl China mit seinem rasanten Ausbau der Stahlproduktion Sorgen vor einer Überproduktion auslöst hat, trägt das Land mit weniger als 2 Prozent nur einen sehr kleinen Anteil zu den amerikanischen Stahl-Importen bei.

          Ist Stahl von Verbündeten ein Sicherheitsrisiko?

          Südkorea ist nach Kanada und Brasilien der drittgrößte Stahlimporteur Amerikas. Die Regierung in Seoul beobachtet vorerst die Lage und hält sich bis zu einer endgültigen Entscheidung Amerikas mit Gegenmaßnahmen zurück. Die südkoreanische Regierung versucht in Gesprächen in Washington, Erleichterungen zu erlangen. Handelsminister Kim Hyun-chjong ist schon seit einigen Tagen in der amerikanischen Hauptstadt, auch um mit den Amerikanern über schon verhängte Zölle auf Waschmaschinen und Solarpaneele zu sprechen.

          Amerika verhandelt derzeit mit Südkorea auch über Nachbesserungen des bilateralen Freihandelsabkommens. Einige südkoreanische Stahlprodukte wurden schon unter Trumps Vorgänger Barack Obama mit Einfuhrzöllen belegt, die seither trotz teils gegenteiliger Entscheidungen der Welthandelsorganisation immer noch bestehen. Ein Einfuhrzoll von 25 Prozent auf Stahl läge aber höher als die bisher zu entrichtenden Zölle.

          Für besondere Verärgerung sorgt bei den amerikanischen Verbündeten wie Japan, dass Trump die Stahlzölle mit Risiken für die nationale Sicherheit begründet. „Ich denke nicht, dass Stahl und Aluminium aus Japan, einem amerikanischen Verbündeten, die Sicherheit Amerikas in irgendeiner Weise beschädigen,“ sagte der japanische Industrieminister Hiroshige Seko in Tokio. „Das würden wir gerne den Vereinigten Staaten erklären.“

          Stahlaktien unter Druck

          Japans Stahlkocher führen vergleichsweise wenig Stahl in die Vereinigten Staaten aus. Das Land ist nur der siebtgrößte Stahlimporteur Amerikas. Die Sorge in Tokio besteht wie in anderen Ländern vor allem darin, dass mit den Einfuhrzöllen das Stahlangebot außerhalb Amerikas steigt und damit die Preise verfallen.

          NIKKEI

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          An den asiatischen Börsen führte Trumps Protektionismus zu Kursverlusten. In Tokio verlor der Nikkei-225-Index verlor 2,5 Prozent. Stahlkocher wie JFE Holdings und Nippon Steel & Sumitomo Metal gaben 2,5 respektive 3,3 Prozent ab. Toyota Motor, das vor substantiell höheren Kosten und steigenden Autopreisen in Amerika warnte, schloss in Tokio 1,9 Prozent im Minus. Honda Motor verlor 3,4 Prozent.

          In Seoul verlor das Stahlunternehmen Posco 3,2 Prozent. Kisco Holding rutschte 3,5 Prozent ab, Hyundai Steel verlor 2,6 Prozent. Der Kospi-Index gab 1,1 Prozent nach. In Australien schlossen die Börsen 0,8 Prozent im Minus.

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