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Amerikanische Börse : Die Wall Street sendet Warnsignale an Trump

  • -Aktualisiert am

An der New Yorker Börse läuft im November 2016 eine Fernsehansprache von Donald Trump. Bild: AP

Amerikas Präsident achtet stark auf die Börse. Und der Handelskonflikt mit China gefällt den Investoren gar nicht. Das könnte Trumps Politik stark beeinflussen.

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          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat die amerikanische Börse fest im Griff. Nachdem die Aktienkurse seit seiner Wahl im November 2016 bis Ende Januar 2018 kontinuierlich gestiegen waren, gab es im Februar eine erste Zäsur. Anlass waren Trumps erste Drohungen mit Strafzöllen auf Importe von Stahl und Aluminium. Trumps wichtigster Wirtschaftsberater Gary Cohn, ein ehemaliger Spitzenmanager der Investmentbank Goldman Sachs und bekannt als Verfechter von Freihandel, trat daraufhin zurück. Die Aktienkurse reagierten mit deutlichen Verlusten und anhaltend starken Schwankungen.

          Norbert Kuls
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Die Marktteilnehmer signalisierten damit ihre Sorgen vor einer Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums falls es zu einem Handelskrieg kommen sollte. Trump legte in den Wochen danach dennoch unbeirrt nach und drohte damit, chinesische Importe mit Strafzöllen von insgesamt 150 Milliarden Dollar zu belegen. China reagierte mit der Ankündigung von Vergeltungsmaßnahmen im Volumen von 50 Milliarden Dollar für amerikanische Produkte wie Flugzeuge, Autos oder Sojabohnen. Für die amerikanische Börse wurde es eine Achterbahnfahrt. Meldungen von einer Verschärfung des Streits sorgten regelmäßig für eine Talfahrt der Kurse, Meldungen, die eine Deeskalation suggerierten, für eine Erholung. Die Verluste für den Dow Jones summieren sich seit einem Monat auf 6 Prozent. Am Dienstag verzeichnete der Dow im frühen Handel wieder ein Kursplus von fast 2 Prozent, weil der chinesische Präsident Xi Jinping eine „deutliche Senkung“ von Zöllen auf importierte Autos angekündigt, also Gesprächsbereitschaft und damit eine Deeskalation des Konflikts suggeriert hatte. Die starken Kursausschläge schlagen den Händlern bereits aufs Gemüt. „Es ist für eine Menge Leute aufreibend und erschöpfend“, sagte Henry Peabody, Fondsmanager beim Vermögensverwalters Eaton Vance Management in Boston der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Die Art und Weise wie das abläuft, ist auf jeden Fall unorthodox.“

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