https://www.faz.net/-gv6-988t6

Wochenausblick : Risikofaktor Trump

  • Aktualisiert am

Nicht nur die Wall Street-Händler werden in dieser Woche genau beobachten, was die amerikanische Notenbank zu sagen hat. Bild: AFP

Die neue Börsenswoche hat es in sich: Der Zinsentscheid der Fed, ein weiteres Börsendebüt in Frankfurt und Stühlerücken im Dax. Hinzu kommt dann noch aus Amerika der Faktor Trump.

          Die Gefahren eines drohenden Handelskriegs werden Experten zufolge auch in der neuen Woche das Geschehen an den Börsen prägen. Von diesen Ängsten sei aber schon recht viel in den Kursen enthalten, betont Anlagestratege Tobias Basse von der NordLB. „Außerdem ist Donald Trumps neuer Wirtschaftsberater Larry Kudlow ein Anhänger des Freihandels.“ Dies schüre Hoffnungen auf einen versöhnlicheren Kurs des amerikanischen Präsidenten. Es gibt aber auch mahnende Stimmen am Markt:

          „Während in Trumps erstem Amtsjahr entgegen vieler Befürchtungen zumindest wirtschaftspolitisch nichts angebrannt ist, könnte nun das böse Erwachen kommen“, sagte Christian Apelt von der Helaba. Die Wechsel in der Regierung Amerikas sorgten für Unruhe an den Finanzmärkten. Weitere personelle Veränderungen könnten folgen. Sie dürften „kaum zu Gunsten von Pragmatikern ausfallen“, warnte der Volkswirt.

          Zinsentscheid im Fokus

          In der ablaufenden Woche legte der Dax ein knappes halbes Prozent zu, obwohl Trump nach der Verhängung von Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium nach Agenturberichten nun auch Zusatz-Abgaben auf chinesische Waren plant. Seine Zugewinne verdankte der deutsche Leitindex unter anderem starken Geschäftszahlen der Unternehmen. „Die Bilanzsaison läuft gut“, sagt Anlagestratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. Für größere Kursgewinne reiche das zwar nicht, verhindere aber Rücksetzer.

          DAX ®

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Börsianer warten gespannt auf die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank am Mittwoch. Es ist die erste unter dem neuen Fed-Chef Jerome Powell. Die Anhebung des Schlüsselsatzes um einen Viertelprozentpunkt gilt als sicher. Wichtiger seien daher Äußerungen zur Entwicklung von Konjunktur und Inflation, betont Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner. „Der Zinsausblick für 2018 könnte dabei von drei auf vier Zinsschritte angepasst werden.“ Spannend sei außerdem, ob Powell auf die Gefahren eines Handelskrieges eingehen werde, sagt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

          Neben der Fed berät auch die Bank von England (BoE) über ihre Geldpolitik. Zwar gehen Börsianer fest davon aus, dass sie den Schlüsselsatz am Donnerstag nicht antasten wird. Die britischen Notenbanker könnten allerdings den Boden für eine Anhebung im Mai bereiten. Parallel dazu beraten die Staats- und Regierungschefs der EU am Donnerstag und Freitag über die künftigen Beziehungen zu Großbritannien. Zuvor sollten sich die Parteien Experten zufolge auf die Bedingungen für die Übergangsfristen nach dem geplanten Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der Staatengemeinschaft im März 2019 einigen.

          DWS-Börsengang

          Bei den Konjunkturdaten steht in Deutschland am Dienstag der ZEW-Index auf dem Terminplan, der die Stimmung der Börsenprofis widerspiegelt. Am Donnerstag folgt der Ifo-Index zur Stimmung in den deutschen Chef-Etagen. Von den erwarteten Rückgängen der beiden Barometer sollten sich Anleger nicht beirren lassen, betont Christian Heger, Chef-Anlagestratege für Deutschland in der Vermögensverwaltung der Bank HSBC. Ein Ende des Aufschwungs der Weltwirtschaft sei nicht zu befürchten.

          Auf Unternehmensseite veröffentlichen einige Nachzügler wie BMW (Mittwoch) und HeidelbergCement (Donnerstag) Geschäftszahlen. Darüber hinaus soll am Freitag die Vermögensverwaltung der Deutschen Bank an der Börse debütieren. Mit dem Verkauf von bis zu 25 Prozent an der DWS will das Geldhaus 1,2 bis 1,8 Milliarden Euro einnehmen.

          Am Montag müssen sich Investoren zudem mit neuen Gesichtern in den deutschen Börsenindizes anfreunden. In den Dax rücken die Aktien des Kunststoffherstellers Covestro auf. Dafür steigen ProSiebenSat.1 in den M-Dax ab.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Feierliches Rekrutengelöbnis und Gedenken an den Widerstand gegen das NS-Regime

          Wegen Sicherheitsbedenken : Bundeswehr weist extremistische Bewerber ab

          Seit den rechtsextremistischen Vorfällen 2017 innerhalb der Truppe durchleuchtet der Militärische Abschirmdienst jeden potentiellen Neusoldat. 63 Bewerber sind seither abgelehnt worden, darunter Neonazis, Islamisten und andere „Gewaltbereite“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.