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Kursrutsch : Kurs von United Internet fällt

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Netzwerkkabel für die 25.000 Server im Karlsruher Rechenzentrum von United Internet. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Aktienkurse von United Internet und seiner Tochtergesellschaft Drillisch fallen stark. Über die Gründe wird angesichts recht guter Zahlen gerätselt. Eine Erklärung gibt es allerdings.

          Börsianer wollen immer eines wissen: Was wird eine Aktie morgen wert sein? Was sie eher beiläufig interessiert, ist was sie gestern wert war. Und auch nur um zu vergleichen, ob sie morgen mehr wert sein wird als gestern oder nicht.

          Genau das dürfte der Grund sein, warum am Donnerstag der Aktienkurs von Deutschlands Internetkonzern Nummer eins, United Internet um knapp acht Prozent fällt, ebenso wie der seiner Tochtergesellschaft, dem Mobilfunker Drillisch. Hier beträgt das Minus sogar knapp elf Prozent.

          Denn die Zahlen für die Vergangenheit waren ja eigentlich recht gut. United Internet hat im vergangenen Jahr, auch dank Drillisch mit 4,2 Milliarden Euro 10,5 Prozent mehr umgesetzt. Der operative Gewinn vor Sondereffekten stieg um mehr als 17 Prozent auf 980 Millionen Euro.  Drillischs Umsatz stieg um fast 16 Prozent auf fast 3 Milliarden Euro und der bereinigte operative Gewinn um mehr als ein Drittel auf 532 Millionen Euro.

          UNITED INTERNET

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          Die Zahl kostenpflichtiger Kundenverträge stieg für United Internet um 6,1 Millionen auf 22,9 Millionen, wobei die meisten neuen Verträge aus den Übernahmen von Drillisch und dem Webhoster Strato im vergangenen Jahr stammten.

          Sogar der Ausblick war eigentlich gar nicht so schlecht. Im kommenden Jahr soll der Umsatz auf 5,2 Milliarden Euro steigen und der operative Gewinn auf 1,2 Milliarden Euro.

          Doch es gibt wohl einige Punkte, die den Anlegern sauer aufstoßen. Einer davon dürfte sein, dass United Internet ankündigte , Smartphones mit zusätzlichen 300 Millionen Euro zu subventionieren. Die Ankündigung dürfte den Wettbewerb auf dem deutschen Markt verschärfen, meint Analyst Joshua Mills von Goldman Sachs. Die Wachstumsinitiative habe einen hohen Preis.

          1+1 DRILLISCH AG O.N.

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          Wichtiger aber könnte die Dividendenentwicklung sein. Zwar will United Internet diese leicht von 0,80 auf 0,85 Euro je Aktie erhöhen. Doch das liegt unter den Erwartungen der Analysten, die von 0,90 Euro ausgingen. Noch mehr trifft dies auf Drillisch zu, dass die Zahlung von 1,80 auf 1,60 Euro je Anteilschein kürzen will. Die Prognose aber lag bei 1,90 Euro.

          Dividendenkürzungen mögen Anleger gar nicht. Nicht so sehr weil dadurch die Rendite der Drillisch-Aktie von 2,9 auf 2,6 Prozent sinkt. Das auch, aber ausschlaggebend ist, dass stetige, möglichst moderat steigende Dividendenzahlungen nicht zu Unrecht als Indikator der künftigen Ertragskraft gelten. Faustregel ist: Man kürzt die Dividende nicht ohne Not. Just weil, die Anleger darauf allergisch reagieren.

          Zwar ist die Dividendenkürzung von Drillisch keine Kürzung. Vielmehr wird der Konzern mit 282,8 Millionen Euro  rund dreimal so viel ausschütten wie im Vorjahr. Das Problem ist vielmehr die durch zwei Kapitalerhöhungen verdreifachte Zahl der Aktien. Drillisch will auch  dauerhaft eine Dividende in Höhe von etwa 80 Prozent des operativen Konzernergebnisses ausschütten, sofern die Mittel nicht für die weitere Unternehmensentwicklung benötigt würden. Aber Drillisch ist eben ein Dividendenwert und da kommt eine niedrigere Dividenden nicht gut an.

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