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Rückgang der Preise : Benzinpreise haben sich „weitgehend normalisiert“

Wieder weitestgehend normal: Die Benzin- und Dieselpreise sind in den vergangenen Wochen wieder gesunken. Bild: dpa

In Deutschland sind die Benzinpreise wieder gefallen. Diesel und Super E10 kosten sogar wieder ungefähr so viel wie vor dem kräftigen Preisanstieg im vorigen Jahr.

          Die Benzinpreise sind in Deutschland zuletzt weiter gefallen – und haben damit ungefähr das Niveau aus dem Frühsommer 2018 wieder erreicht. Im Durchschnitt kostet ein Liter Diesel in Deutschland jetzt 1,232 Euro, das waren noch mal 1,1 Cent weniger als in der Vorwoche. Und für einen Liter Super E10 mussten Autofahrer im Schnitt 1,339 Euro zahlen, das waren 1,3 Cent weniger als in der Vorwoche. Das geht aus der wöchentlichen Auswertung der Preise von 14.000 Tankstellen durch den Autoklub ADAC hervor.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Damit haben sich die Preise, die nach Analyse des ADAC seit Oktober überhöht waren, wieder weitgehend normalisiert“, schreibt der Autoklub. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die Benzin-Vergleichsplattform Clever-Tanken. Schon im Dezember hätten die Benzinpreise im Durchschnitt wieder unter den Werten vom April 2018 gelegen, sagte eine Sprecherin.

          Zu Weihnachten gab es die ungewöhnliche Situation, dass mit der Urlaubsreisewelle keine höheren, sondern niedrigere Preise verbunden waren. Und in der vergangenen Woche sei zumindest der Preis von Super E10 dann noch einmal fast auf das März-Niveau gefallen.

          Der Rohölpreis steigt unterdessen wieder und hat das Niveau von November wieder erreicht. Ein Barrel (Fass zu 159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet aktuell 61,18 Dollar und damit immerhin rund 12 Prozent mehr als zum Jahresende 2018. Am Mittwoch hatte der Preis erstmals seit Mitte Dezember wieder die Marke von 60 Dollar überschritten.

          Einen generellen Verfall der Rohstoffpreise bis Dezember hat das Hamburgische Welt-Wirtschaftsinstitut (HWWI) verzeichnet. Der Rohstoffpreisindex des Instituts fiel im Dezember um fast 10 Prozent. Die deutlichsten Preisrückgänge wiesen dabei  Energierohstoffe aus. Rohöl wurde im Monatsdurchschnitt um 12,6 Prozent günstiger.

          Nickelpreis sinkt deutlich

          Das Institut schreibt, die Befürchtungen hinsichtlich einer schwächeren Weltkonjunktur belasteten weiterhin die Rohstoffmärkte. Das gelte nicht nur fürs Öl. Der Erdgaspreis sank im Dezember im Monatsdurchschnitt um 4,2 Prozent. Der Preis für Kohle verbilligte sich um 0,4 Prozent. Deutliche Preisrückgänge gab es für Nickel. Das Metall wird unter anderem für die Veredelung von Stahl benötigt. Der Preis fiel in Dollar um 3,8 Prozent, in Euro um 4 Prozent. Etwas geringer fiel der Preisrückgang für Kupfer aus, er betrug in Dollar 1,6 Prozent, in Euro 1,8 Prozent. Im Monatsdurchschnitt stiegen dagegen die Preise für Blei, Zink und Zinn.

          Unter den Agrarrohstoffen wurde Kakao (plus 0,8 Prozent) etwas teurer, Kaffee (minus 8,2 Prozent) dagegen deutlich billiger. Hohe Ernteerträge in Brasilien und Vietnam sowie ein schwächerer brasilianischer Real seien die Hauptgründe für den starken Preisverfall. Insgesamt fiel der Index für Nahrungs- und Genussmittel unter den Rohstoffen in Dollar gerechnet um 0,9 Prozent und in Euro um 1 Prozent.

          Im just begonnenen Jahr 2019 haben die Hoffnungen auf erfolgreiche Welthandelsgespräche die Preise  der meisten Rohstoffe wieder steigen lassen, allen voran der Energieträger, aber auch der meisten Metalle. Gerade der Nickelpreis ist seit Jahresbeginn wieder um mehr als 5 Prozent gestiegen.

          Auch Agrarrohstoffe haben sich merklich verteuert, allen voran Zucker mit einem Aufschlag von fast 7 Prozent. Auch Kautschuk und Palmöl wurden merklich teurer.

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