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Technische Analyse : Diese Aktien sind wegen ihrer Dividenden interessant

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Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten gewinnt an Qualität. Bild: dpa

Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten gewinnt an Qualität. Manche Titel bieten nun technische Kaufsignale.

          3 Min.

          Die seit dem Jahreswechsel laufende Kurserholung an den europäischen und deutschen Aktienmärkten gewinnt weiter an technischer Qualität. Dies verdeutlicht sich darin, dass Sektoren, die sich bisher kaum erholen konnten, zuletzt ebenfalls angesprungen sind. Im zweiten Quartal des Jahres sollte die anstehende Dividendensaison diese Gesamtmarkterholung weiter stützen.

          Besonders lukrativ für Neuengagements sind Titel, die sowohl ein attraktives technischen Gesamtbild (zum Beispiel einen intakten Aufwärtstrend oder ein neues Investmentkaufsignal) liefern und zusätzlich eine attraktive Dividendenrendite bieten. Mit Blick auf den Stoxx 50 liegt dies zum Beispiel bei der Schweizer Zurich Insurance vor.

          Aus dem Euro Stoxx 50 sind hier – stellvertretend für viele Öl- und Gaskonzerne aus der Eurozone – die französische Total und aus dem Versicherungssektor die deutsche Munich Re hervorzuheben. Aus dem M-Dax fallen etwa der Chemiekonzern Evonik und aus dem S-Dax der Versicherungskonzern Talanx positiv auf.

          Zurich Insurance - ein defensiver Titel

          Der Schweizer Versicherungskonzern Zurich ist in der ganzen Welt tätig und bietet eine umfangreiche Palette von versicherungsbasierten Finanzdiensten für ein breites Kundenspektrum an. Die Aktie hat aus technischer Sicht einen klassisch defensiven Charakter. Dies findet sich zum Beispiel darin, dass sich der Titel seit dem damaligen Baisse-Low bei 85 Schweizer Franken im Juli 2002 in einer moderaten langfristigen technischen Hausse-Bewegung befindet. Hierbei hatte sich seit 17 Jahren ein Wechselspiel von mittelfristigen Aufwärtstrends, technischen Korrekturen und trendbestätigenden Seitwärtsbewegungen ergeben.

          Nachdem der Titel im März 2015 bei 335 Schweizer Franken (neue Widerstandszone) sein Kurshoch gesetzt hatte, musste der Titel bis zum Februar 2016 eine heftige Korrektur bis auf 194 Schweizer Franken hinnehmen. Die Kurserholung bis zum Januar 2018 hat den Wert bis an die gestaffelte Widerstandszone von 320 Schweizer Franken bis 335 Schweizer Franken geführt.

          Nachdem der Titel jetzt ein Jahr in einer Seitwärtspendelbewegung direkt unterhalb dieser Widerstandszone steckt und damit eine neutrale technische Position aufwies, ist die Aktie mit einem ausgeprägten Investment-Kaufsignal (Sprung über die gestaffelte Widerstandszone) losgelaufen. Aus technischer Sicht deutet sich als nächstes, mittelfristiges Etappenziel der Bereich um 360 Schweizer Franken bis 370 Schweizer Franken an. Zusätzlich bietet der Titel eine Brutto-Jahresdividendenrendite von mehr als 5 Prozent (Anfang April 2019 steht eine Dividendenzahlung von 19 Schweizer Franken an). Aufgrund dieser Gesamtlage stellt Zurich einen defensiven, technischen Kauf dar.

          Total - ein technischer Kauf

          Der französische Öl-Gaskonzern Total ist nach Marktkapitalisierung im Streubesitz die größte Aktie in der Eurozone. Da oft die technische Gesamtlage der großen europäischen Öl- und Gaskonzerne vergleichbar ist, spiegelt sich die Situation dieser Titel im Regelfall in Total wieder. Seit dem Jahresende 2016 und Kursen leicht über 40 Euro befindet sich Total in einem moderaten Hausse-Trend mit einer Trendlinie bei aktuell 46 Euro). Mitte 2018 war die Aktie mit einem Investment-Kaufsignal über die Widerstandszone um 49 Euro gesprungen und war bis in die neue, gestaffelte Widerstandszone von 55,50 Euro bis 56,80 Euro gelaufen.

          Im vierten Quartal 2018 wurde auch Total von der Gesamtmarktbaisse belastet und war in einem Korrekturtrend bis zum mehrjährigen Hausse-Trend bei ungefähr 45,50 Euro zurückgefallen. Zuerst konnte Total diesen Hausse-Trend verteidigen. Deshalb überrascht es nicht, dass die Aktie danach mit einem neuen Kaufsignal in einen neuen Aufwärtstrend hineingelaufen ist.

          Die gute technische Lage in Total deutet an, dass nach dem Test des technischen Zwischenziels bei 52 Euro jetzt ein mittelfristiges technisches Kurspotential bis zur gestaffelten Widerstandszone (55,50 Euro bis 56,80 Euro) bestehen sollte. Darüber hinaus bietet Total eine Brutto-Jahresdividendenrendite von 5 Prozent, die quartalsweise anteilig ausbezahlt wird. Zusammengefasst bleibt Total ein technischer Kauf.

          Evonik - eine ansprechende Dividendenrendite

          Evonik Industries produziert, vermarktet und verkauft eine umfangreiche Palette von Spezialchemikalien. Die Aktie hat einen sehr defensiven, technischen Gesamtcharakter, der sich im Regelfall in einer mittelfristigen, relativen Schwäche gegenüber den wichtigen Aktienindizes wiederfindet. Von 2016 bis 2018 etablierte Evonik einen moderaten Aufwärtstrendkanal, der die Aktie von 24,40 Euro bis auf 33 Euro geführt hat. Im vierten Quartal 2018 war die Aktie aus diesem moderaten Aufwärtskanal mit einem ausgeprägten Verkaufssignal (Kurse unter 28 Euro) herausgefallen und hatte eine technische Zwischen-Baisse durchlaufen. Diese endete erst in einem technischen Ausverkauf und in einer mittelfristig überverkauften Lage bei Kursen um 21,50 Euro im Dezember 2018.

          Hieraus ergibt sich jetzt die technische Attraktivität für Evonik. Zuerst ist die Aktie nach oben umgeschlagen und läuft in einen Erholungstrend. Hier deutet sich ein Kurspotential bis 28 Euro an. Darüber hinaus bietet Evonik eine Brutto-Jahresdividenden von 4,50 Prozent. Da auch Evonik diese attraktive Kombination aus ansprechender technischer Lage und ansprechender Dividendenrendite bietet, stellt die Aktie ebenfalls einen defensiven, technischen Kauf dar.

          Der Autor leitet in der Commerzbank den Bereich Technische Analyse & Index Research.

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