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Paukenschlag am Anleihemarkt : EU-Anleihen stoßen auf Rekordnachfrage

Die Corona-Krise hält Brüssel im Griff: Auch am Sitz der Kommission, dem Berlaymont-Gebäude, herrscht Maskenpflicht. Bild: Bloomberg

Der Auftakt ist gelungen: Die beiden Anleihen der Europäischen Union über 17 Milliarden Euro werden von den Investoren mit mehr als 233 Milliarden Euro nachgefragt. Damit setzt die EU neue Maßstäbe im Euroraum.

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          Die Europäische Union (EU) hat am Dienstag mit ihren ersten beiden Anleihen zur Bekämpfung der Corona-Schäden neue Maßstäbe gesetzt: Die Titel über insgesamt 17 Milliarden Euro wurden von den Investoren mit 233 Milliarden Euro nachgefragt. Diese Überzeichnung stellt für eine Anleiheemission im Euroraum einen Rekord dar. Damit hat die EU die Weichen gestellt, um am Euro-Anleihemarkt neben dem deutschen Staat zur neuen Referenz zu werden. Die hohe Resonanz unter den Investoren lässt sich zudem als positives Signal werten für die Finanzierung des EU-Wiederaufbaufonds, der in den kommenden Jahren mit 750 Milliarden Euro ausgestattet werden soll, um die EU-Mitgliedsstaaten in der Bekämpfung der Corona-Pandemie zu unterstützen.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die am Dienstag begebenen Titel dienen für das EU-Kurzarbeitergeld (Sure), das ebenfalls in der Corona-Krise aufgelegt worden ist und 100 Milliarden Euro umfassen soll. Die EU wird in den kommenden Jahren also insgesamt 850 Milliarden Euro am Anleihemarkt finanzieren, um die Corona-Krise zu bewältigen. Für die Emissionen ist die Europäische Kommission verantwortlich. Die EU hat bislang schon Anleihen begeben, deren Volumen aber mit rund 50 Milliarden Euro im Vergleich zum künftigen Bedarf gering ausfällt.

          Als soziale Anleihen konzipiert

          Am Dienstag wurde ein Titel mit zehnjähriger Laufzeit über 10 Milliarden Euro emittiert sowie ein Papier mit 20 Jahren Laufzeit über 7 Milliarden Euro. Der zehnjährige Titel wurde mit 145 Milliarden Euro nachgefragt, die 20-jährige Laufzeit mit 88 Milliarden Euro. Beide Titel sind als soziale Anleihen konzipiert, die in der Pandemie an Bedeutung gewonnen haben und deren Erlöse sozialen Zwecken dienen sollen. Für den Wiederaufbaufonds sollen 30 Prozent der Anleihen als grüne, nachhaltige Titel begeben werden, womit die EU zum führenden Emittenten von Green Bonds würde.

          Die EU-Anleihen werden höher verzinst als entsprechende Bundesanleihen, deren Renditen in allen Laufzeiten negativ sind. Für die zehnjährige EU-Anleihe wird dies auch der Fall sein, während die Rendite des 20-jährigen Titels knapp oberhalb der Nulllinie liegen dürfte. Derzeit wird die EU als Anleiheemittent von den Ratingagenturen erstklassig benotet: „Aaa" bei Moody's, „AAA" bei Fitch und „AA" bei S&P.

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