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Devisenmarkt : Warum wird der Franken so schwach?

Nicht mehr so viel Wert wie vor drei Jahren: der Schweizer Franken Bild: dpa

Der Franken war mal so stark, dass selbst die Zentralbank ihn nicht mehr an den Euro koppeln konnte. Jetzt gibt der Kurs mehr und mehr nach. Was ist da los?

          Der Schweizer Franken hat in den vergangenen drei Jahren gegenüber dem Euro immer mehr an Wert verloren. Aktuell bekommt man für einen Euro wieder 1,1851 Franken - und damit  fast genau soviel wie vor der Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Januar 2015. Seit diesem historischen Einschnitt ist der Kurs des Euro gegenüber dem Franken um mehr als 15 Prozent gestiegen.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Eigentlich hatte die SNB verhindern wollen, dass der Schweizer Franken gegenüber dem seit 2008 deutlich an Wert verlierenden Euro allzu stark würde. Im Januar 2015 aber hielt sie das nicht mehr durch. Unter Führung ihres Präsidenten Thomas Jordan wurde entschieden, die Mindestkurspolitik zu beenden und die bis dahin geltende Untergrenze von 1,20 Franken je Euro aufzugeben.

          Innerhalb von wenigen Minuten nach der Entscheidung wertete der Franken damals stark auf, die europäische Währung fiel gegenüber dem Franken bis auf das historische Tief von 85 Rappen. Im Verlauf der kommenden Monate stabilisierte sich der Euro auf einem Wechselkursniveau zwischen 1,05 und 1,12 Franken. Ausschlag gaben dabei auch die Interventionen der Nationalbank, die mit milliardenschweren Devisenkäufen einen Anstieg des Franken-Kurses auf neue Höchstwerte zu verhindern suchten.

          Der Euro wird immer stärker

          Seit Mitte 2017 macht vor allem der starke Euro den Franken schwächer. Als Gründe gelten eine gute konjunkturelle Entwicklung in der Eurozone, vor allem in Deutschland. Außerdem zeichnet sich in Europa langsam, aber deutlich ein Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik ab. So hat die Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) etwa im Oktober des vergangenen Jahres entschieden, die monatlichen Anleihenkäufe zu verringern.

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          Seit Januar 2018 erwerben die nationalen Notenbanken des Euroraums gemeinsam mit der EZB nur noch Schuldtitel, vor allem Staatsanleihen, im Volumen von netto 30 Milliarden Euro monatlich, vorher waren es 60 Milliarden Euro. Auch deswegen wertet der Euro auf, denn die SNB behält ihre expansive Geldpolitik wohl vorerst bei und plant eine Zinserhöhung frühestens im Juni 2018.

          Schlüsselbranchen der helvetischen Wirtschaft wie Industrie, Tourismus oder Detailhandel profitieren mittlerweile wieder vom schwächeren Franken. Auch die Exportwirtschaft freut sich darüber, weil sich deren Produkte beim Verkauf ins Ausland nun entsprechend wieder verbilligt haben.

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