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Wankende Währungskurse : Das Virus infiziert Osteuropas Devisen

Tschechische Kronen Bild: Bloomberg

Corona bedroht wieder die Volkswirtschaften Osteuropas. Die Währungsmärkte wirken dabei wie ein Seismograph – sie wanken.

          2 Min.

          Die Corona-Epidemie trifft viele Länder Ost- und Südosteuropas in ihrer jetzigen zweiten Welle stärker als im Frühjahr. Nicht überall sind die Folgen so gravierend wie in der Ukraine, wo der Gesundheitsminister das medizinische System schon vorige Woche an der Grenze der Belastungsfähigkeit sah. In Tschechien, einem der Länder mit den meisten Neuinfektionen in Europa, hat die Regierung Schulen und Restaurants geschlossen. Noch trifft das Betriebe nicht – an den Märkten lassen steigende Corona-Zahlen aber Sorgen vor den wirtschaftlichen Folgen zunehmen. Ablesbar ist das in den Devisenkursen. So hat die tschechische Krone seit Mitte August fast fünf Prozent an Wert verloren und notiert mit 27,36 Kronen je Euro nicht weit von Corona-Hochzeiten.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

          Schon erwarten Analysten in ihren Prognosen einen tieferen Wachstumseinbruch, wie Jakub Seidler von der ING-Bank, auf 7,5 statt 6,5 Prozent. „Im Griff der zweiten Welle“ sieht Commerzbank-Expertin Melanie Fischinger die Krone. „Die neuerlichen Einschränkung könnten vor allem den Dienstleistungssektor länger belasten.“ Gleichwohl rechnet sie mit einer leichten Stabilisierung der Landeswährung zu Euro und Dollar. Die Erste Group Bank erwartet nun erst Ende kommenden Jahres wieder eine Zinserhöhung der Notenbank, statt schon im Spätsommer 2021.

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