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Devisenhandel : Schreck am Morgen für Aussie-Dollar und türkische Lira

Turbulenter Handel mit dem japanischen Yen Bild: AFP

Turbulenter Handel in Fernost: In sechs Minuten schießt der japanische Yen am Donnerstagmorgen durch die Decke, andere Währungen verlieren stark. Erklärungen sind noch Mangelware.

          Schreck am Morgen: Der australische Dollar hat am Donnerstagmorgen völlig überraschend innerhalb von Minuten fast 8 Prozent seines Wertes auf den japanischen Yen verloren, die türkische Lira büßte 10 Prozent ein. In den Strudel gerieten auch andere Währungen. Mit 67,49 amerikanischen Dollar je „Aussie“ berührte er kurzfristig den tiefsten Stand seit einem Jahrzehnt. Händler in Sydney sprachen von einem „verrückten Markt“ und einem „flash-crash“, einem blitzschnellen Zusammenbruch.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Innerhalb von sechs Minuten nach 9.30 australischer Zeit stürzte die australische Währung rasant gegenüber dem japanischen Yen. Über Jahre wurden die beiden Währungen von Devisenspekulanten für sogenannte Carry-Trades genutzt, um in der einen zu niedrigen Zinsen Geld aufzunehmen, das dann in der anderen für hohe Zinsen angelegt wurde. Auch gegenüber der türkischen Lira schoss der Yen durch die Decke und gewann 10 Prozent.

          Händler waren völlig überrascht und hatten keine Erklärung für den Vorgang. Einige Händler verwiesen auf einen Schock nach der Warnung von Apple als Auslöser, andere vermuteten japanische Kleininvestoren hinter den Verlusten. Die Eingaben seien dann von Computeralgorithmen ausgedehnt worden. Da in Japan Urlaubszeit ist, sei zudem kaum Liquidität im Markt gewesen. Zeitgleich aber fielen die Preise von Kupfer und Aluminium, wichtige Rohstoffe aus Australien, über Nacht um 2 Prozent in London.

          Der Yen gilt als eine der klassischen Fluchtwährungen in Krisenzeiten. Er hat im vergangenen Jahr gegenüber praktisch allen anderen Währungen an Wert gewonnen, da die Weltwirtschaft unter Druck steht und die Aktienmärkte deutliche Kursverluste hinnehmen mussten. Als einzige Währung der zehn führenden Industrieländer machte der Yen 2018 auch 2,7 Prozent gegenüber dem starken amerikanischen Dollar gut.

          Auch hat der australische Dollar schon seit Monaten Wert verloren. Allein im Dezember hatte der „Aussie“ schon 3,4 Prozent auf den „Greenback“ eingebüßt. Das vergangene Jahr endete er mit einem Verlust von knapp 10 Prozent, nachdem er im Jahr 2017 um 8,7 Prozent zugelegt hatte. Diese Entwicklung macht das Studieren und Urlauben auf dem Fünften Kontinent zwar billiger, verteuert aber die Auslandsreisen der Australier und belastet vor allem die Exporteure, wie die großen Bodenschatzkonzerne, die traditionell in amerikanischen Dollar abrechnen.

          Der australischen Dollar reagiert sensibel auf die wirtschaftliche Entwicklung in China, von dem sich Australien zu weiten Teilen abhängig gemacht hat. Und dort zeichnet sich eine weitere Abkühlung ab. Der weltumspannende Indix der Einkaufsmanager (PMI) ist im Dezember im achten Monat in Folge gefallen. Er pendelt um sein niedrigstes Niveau seit gut zwei Jahren. Für Australien sagen Ökonomen ein stabiles Wachstum von 2,8 Prozent für dieses Jahr voraus. Allerdings beginnt der schmelzende Häusermarkt auf die Gesamtwirtschaft abzustrahlen. Die Preise sind in Sydney in Jahresfrist um 10 Prozent gefallen. Der Dollar sollte den Vorhersagen nach knapp unter 70 amerikanischen Cent seinen Halt finden.

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