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Aktienmarkt : Corona-Sorgen belasten Dax

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Schon am Mittwoch gaben die Aktienkurse in Frankfurt nach. Bild: Reuters

Angesichts weiter steigender Neuinfektionszahlen und dem bisher ausbleibenden amerikanischen Konjunkturpaket fällt der deutsche Aktienindex zeitweise wieder unter die Marke von 12.500 Punkten. So tief lag er seit einem Monat nicht mehr.

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          Weiter steigende Corona-Neuinfektionen und die Hängepartie um das amerikanische Konjunkturpaket haben dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag weitere Kursverluste beschert. Der Dax fiel dabei zeitweise sogar unter die Marke von 12.500 Punkten auf das tiefste Niveau seit rund einem Monat.

          Nach anfänglich deutlicheren Kursabgaben von mehr als 1 Prozent auf im Tagestief 12.350 Punkte erholte sich der deutsche Auswahlindex im Handelsverlauf aber wieder sukzessive. Um die Mittagszeit lag der Dax sogar leicht im Plus. Danach ging es wieder nach unten, auf am Abend 12.526 Punkte mit einem nur noch leichten Minus von 0,2 Prozent. Damit summiert sich das Dax-Minus in dieser Woche bisher auf rund 4 Prozent. Der M-Dax der 60 mittelgroßen Börsentitel sank ebenfalls zunächst deutlicher, lag aber schließlich 0,3 Prozent im Plus auf 27.233 Punkten. Der Euroraum-Leitindex Euro-Stoxx-50 verlor rund 0,3 Prozent auf 3.171 Punkte.

          Corona-Neuinfektionen auf Rekord

          Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland ist abermals stark gestiegen und hat erstmals den Wert von 10.000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 11.287 Fälle binnen 24 Stunden. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland war am Samstag mit 7830 Neuinfektionen erreicht worden.

          Die drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen treiben den deutschen Konsumenten wieder den Angstschweiß auf die Stirn. Die Kauflaune der Deutschen sei im Oktober deutlich gesunken, sagte Rolf Bürkl vom Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK.

          Von den Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten in den Vereingten Staaten über neue Finanzhilfen in der Corona-Pandemie kamen zuletzt widersprüchliche Signale. Nancy Pelosi, die Sprecherin der Demokraten im Repräsentantenhaus, zeigte sich eher zuversichtlich. Dagegen warnte der Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, einer Einigung noch vor den Präsidentschaftswahlen Anfang November zuzustimmen.

          Unter den Einzelwerten trotzten die Continental-Aktien dem negativen Markttrend zunächst und waren Dax-Spitzenreiter. Später fielen sie um 1,3 Prozent im Kurs und waren damit sogar das Index-Schlusslicht. Der Autozulieferer und Reifenhersteller rutschte auch im dritten Quartal in die rote Zahlen. Deutlichere Kursgewinne im Dax verzeichneten am Abend dagegen die Aktien von Adidas, Merck KGaA, MTU Aero Engines und Fresenius Medical Care.

          Hypoport unter Druck

          Die Aktien von Hypoport sackten nach einem Ergebnisrückgang des Finanzdienstleisters zeitweise um 10 Prozent auf 436 Euro ab. Noch Anfang Oktober, als sie ihr Rekordhoch bei 580 Euro erreicht hatten, wiesen die Hypoport-Titel einen Jahresgewinn von 84 Prozent auf. Seither sind sie deutlich gefallen. Das operative Ergebnis von Hypoport fiel im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Fünftel.

          Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich erhöhte nach einer Belebung der Nachfrage seine Jahresziele. Seit mehreren Wochen belebe sich die Kundennachfrage sukzessive, weshalb im Restjahr höhere als zunächst geplante Umsätze zu erwarten seien, hieß es. Die eingeleiteten Sparmaßnahmen dürften sich weiter positiv im Ergebnis niederschlagen. Die Jungheinrich-Titel stiegen um rund 3 Prozent.

          Der Telekomausrüster Adva Optical traut sich nach einem positiv verlaufenen dritten Quartal wieder eine Jahresprognose zu. Der Umsatz werde 2020 zwischen 565 und 580 Millionen Euro und die Ergebnismarge (Proforma Betriebsergebnis) bei 5 bis 6 Prozent liegen. Die Aktien schnellten um rund 8 Prozent nach oben.

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