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Institut für Weltwirtschaft : Warum sich deutsche Auslandsanlagen nicht lohnen

Das Finanzzentrum New Yorks an der Wall Street: Deutsche legen im Ausland besonders schlecht an. Bild: AFP

„Dummes deutsches Geld“ – den Vorwurf bestätigen nun auch Wissenschaftler. Denn deutsche Auslandsanlagen bringen weniger Erträge als Anlagen aus anderen Staaten.

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          Für das deutsche Selbstbewusstsein hat der Titel des „Exportweltmeisters“ zwar nicht die Bedeutung wie der des „Fußball-Weltmeisters“, aber für den Wohlstand sind die Leistungsbilanzüberschüsse wesentlich bedeutender. Doch eine Bilanz, was Deutschland mit seinem im Ausland verdienten Geld anstellt, fällt enttäuschend aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine erst kürzlich vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) veröffentlichte Studie, die von den Wirtschaftswissenschaftlern Franziska Hünnekes und Christoph Trebesch (beide IfW Kiel) sowie Moritz Schularick (Universität Bonn) verfasst wurde. Demnach lagen die durchschnittlichen Erträge deutscher Auslandsanlagen im Zeitraum von 1975 bis 2017 jährlich um etwa 5 Prozentpunkte unter denen der Vereinigten Staaten und um fast 3 Prozentpunkte unter denen anderer europäischer Länder.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Seit der Finanzkrise 2008 hätte Deutschland 2 bis 3 Billionen Euro mehr Vermögen aufbauen können, wenn eine mit Kanada oder Norwegen vergleichbare Rendite erzielt worden wäre. Das ist ein enormer Unterschied angesichts eines deutschen Auslandsvermögens von insgesamt rund 9 Billionen Euro. Würde eine Rendite auf norwegischem Niveau erreicht, wäre jeder Bundesbürger um durchschnittlich 28.000 Euro reicher, auf dem Niveau Kanadas sogar um 37500Euro. Allein in den vergangenen zehn Jahren exportierte Deutschland Vermögen von 2,7 Billionen Euro, jedes Jahr fast 300 Milliarden Euro.

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