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Börsenstandort Deutschland : Der Ausverkauf nach Amerika

Deutsche Unternehmen wagen ihre Börsengänge teilweise lieber an der Wall Street als an der Alten Börse. Bild: AP

Der Börsenstandort Deutschland scheint selbst für einheimische Firmen an Attraktivität zu verlieren, denn immer mehr deutsche Unternehmen finden ihr Börsenglück in Amerika. Das neue Zauberwort heißt Spacs.

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          Die Wette scheint nicht besonders gewagt: 2021 werden mehr deutsche Unternehmen in Amerika an die Börse gehen als deutsche Unternehmen in Deutschland. Es wäre ein Desaster für den Finanzplatz Frankfurt, aber unwahrscheinlich ist es nicht. Martin Steinbach, früher an der Börse für Börsengänge zuständig und heute Kapitalmarktfachmann der Unternehmensberatung EY, bringt es auf den Punkt: „Wir haben in Deutschland tolle Unternehmen, innovative Unternehmen, wir sind Disruptor, aber sobald es finanziell Spaß macht, profitieren andere davon.“

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Schon bisher ist es so, dass die Mehrheit der Dax-Unternehmen mehrheitlich im Besitz ausländischer Aktionäre ist. Das ist fast schon logisch. In vielen anderen Ländern basiert die Altersvorsorge zu einem substantiellen Teil auf Ersparnissen am Kapitalmarkt. Riesige Pensionsfonds sind entstanden, die nach lukrativen Geldanlagen suchen. Dazu kommen Staaten wie Norwegen oder aus der arabischen Welt, die in weiser Voraussicht ihren Reichtum nicht verjubeln, sondern renditestark über Staatsfonds mehren. In Deutschland dagegen: Sparbuch, umlagefinanzierte Rente, ungedeckte Pensionszusagen.

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