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Deutsche Bundesanleihen : Dreißigjahresrendite erstmals unter Null

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„Günter Schild“ stand als Maskottchen des Bundes einst dafür, dass man auch mit niedrigen Zinsen erfolgreich sein kann. Seit langem läuft er rückwärts. Bild: F.A.Z.

Nach der Ankündigung neuer Strafzölle gegen China durch Präsident Trump erreicht der Handelskrieg eine neue Eskalationsstufe. Die Investoren reagieren mit Verunsicherung, die Rendite der dreißigjährigen Bundesanleihe fällt erstmals unter null Prozent.

          Es ist eine weitere Zäsur an den Finanzmärkten: Am Freitag ist die Rendite für Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren erstmals unter null Prozent gefallen. Der effektive Zins, der sich aus Wertpapierkurs und Nominalzins berechnet, sank bis auf minus 0,002 Prozent.

          Wertpapiere mit längerer Laufzeiten als dreißig Jahren bietet der Bund derzeit nicht an. In den kürzeren Laufzeiten rentieren Bundespapiere schon seit längerem negativ. Die Rendite von deutschen Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit fiel am Freitag auf ein Rekordtief von minus 0,5 Prozent.

          Eine negative Rendite ist Ergebnis einer hohen Nachfrage nach den Wertpapieren. Die hohe Nachfrage wiederum resultiert aus einem starken Bedürfnis der Anleger nach Sicherheit. Bundesschuldtitel gelten als sehr sichere Anlage. Anleger sorgen sich derzeit wegen zahlreicher politischer Risiken, darunter der zunehmend eskalierende Handelsstreit zwischen Amerika und China sowie der anstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.

          Anleger erhalten im Fall negativer Renditen unter dem Strich keine Zinsen für das überlassene Geld, sondern zahlen drauf. Für den Kreditnehmer, im Fall von Bundesanleihen der Staat, bedeuten negative Renditen faktisch einen Einnahmeüberschuss. Mit anderen Worten: Der Normalfall, dass der Kreditgeber vom Kreditnehmer für die Geldüberlassung entlohnt wird, kehrt sich um.

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