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Euronext verhandelt exklusiv : Deutsche Börse verliert Schlacht um Börse Mailand

Die Inschrift „Borsa“ steht über dem Eingang zur Mailänder Börse (Archivbild). Bild: AFP

Zwischen den Börsen Europas verschieben sich die Gewichte: Das Rennen um die Borsa Italiana ist so gut wie entschieden und für die Deutsche Börse sieht es schlecht aus.

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          Für Stephane Boujnah ist es ein großartiger Tag. Seit Jahren hat er die Vision einer paneuropäischen Börse – eines Zusammenschlusses möglichst vieler europäischer Börsen unter einem Dach. Es ist der Kerngedanke seiner Euronext, deren Vorstandsvorsitzender er seit fünf Jahren ist. Gegründet 2000 aus dem Zusammenschluss der Börsen Paris, Amsterdam und Brüssel, stagnierte jedoch die weitere Ausbreitung. 2002 kam Lissabon dazu, später Dublin und Oslo, aber der große Wurf blieb aus, Fusionsversuche mit der Deutschen Börse scheiterten ebenso wie Übernahmen aus London heraus.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Am Freitag nun kommen Boujnah und seine Euronext dem Ziel zumindest ein gutes Stück näher. Die London Stock Exchange Group (LSE) verhandelt jetzt exklusiv mit der Euronext über den Verkauf der Borsa Italiana. Gleich um 6 Prozent sprang der Aktienkurs der Euronext in die Höhe. Stephane Boujnah zeigte sich hocherfreut über die Aussichten. Italien würde zum größten Ertragsbringer der Börsengruppe werden. In die Röhre schaut die Schweizer Börse SIX. Die Deutsche Börse hat sich an der europäischen Börsenkonsolidierung immer schon nur etwas halbherzig beteiligt. Ihr Maßstab ist eher global. Aber auch hier sind Zusammenschlüsse mit New York oder London nie zustande gekommen, die der Deutschen Börse einen Platz an der globalen Spitze hätten bescheren können.

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