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Mehr Eigenkapital : Deutsche Bank setzt Zeichen der Erholung

Der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing kann zufrieden sein: Die Deutsche Bank wurde am amerikanischen Kapitalmarkt mit offenen Armen empfangen. Bild: Reuters

Die Deutsche Bank wird am amerikanischen Kapitalmarkt mit offenen Armen empfangen. Ihre erste Nachranganleihe seit sechs Jahren stößt auf eine hohe Nachfrage.

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          Es ist für die Deutsche Bank ein weiterer Schritt zurück in den Kreis der vertrauenswürdigen Banken: Die Emission einer neuen Nachranganleihe, die das aufsichtsrechtliche Eigenkapital stärkt, lässt sich deshalb für die Mannschaft um den Vorstandsvorsitzenden Christian Sewing als großer Erfolg einordnen. Die Anleihe war ursprünglich in einem Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar geplant gewesen, am Ende begab das Institut 1,25 Milliarden Dollar.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Emission wurde angesichts der großen Nachfrage von 14 Milliarden Dollar um ein Viertel aufgestockt. Darüber hinaus handelt es sich um die erste Nachranganleihe dieser Art, die das Institut seit sechs Jahren begeben hat. In der Zwischenzeit waren die Zweifel an der Kapitalausstattung der Bank, ihrer Ertragslage und Rechtsrisiken zu groß, um einen solchen Titel zu vertretbaren Konditionen am Markt plazieren zu können.

          Doch die Zeiten haben sich geändert, was sich auch an der Reaktion am Aktienmarkt ablesen lässt. Der Kurs stieg am Mittwoch um bis zu 3,5 Prozent auf 10 Euro. Am Donnerstag gab der Kurs in einem schwächeren Gesamtmarkt um 0,5 Prozent nach. Seit Jahresanfang beträgt das Kursplus aber immer noch mehr als 40 Prozent.

          Zins von 6 Prozent

          Diese Nachranganleihen, wie sie die Deutsche Bank nun begeben hat, schreiben Banken entweder bei Unterschreiten einer Mindestkapitalquote ab, oder sie wandeln sie in Aktien. Diese Titel erfreuen sich unter Investoren seit geraumer Zeit großer Beliebtheit. Das liegt an dem attraktiven Zinskupon, im Falle der aktuellen Anleihe der Deutschen Bank sind es 6 Prozent.

          Sie zahlt im Vergleich zu amerikanischen Konkurrenten etwas mehr. Aber die hohe Nachfrage zeigt, dass die Investoren der Deutschen Bank wegen ihrer höheren Eigenkapitalausstattung vertrauen.

          So haben die Investoren dieser Nachranganleihen in der Schieflage der Bank einen Schutzring aus Aktien und Gewinnrücklagen, der zunächst für die Verluste haftet. Erst danach werden die Titel, die aufgrund ihrer englischen Bezeichnung Contingent Capital Bonds auch als Coco Bonds bekannt sind, in Anspruch genommen.

          DT. BANK

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          Die Deutsche Bank wird den neuen Titel erst dann abschreiben, wenn die Kernkapitalquote, also Aktien und Gewinnrücklagen im Verhältnis zu den Bilanzrisiken (Kredite, Wertpapiere), unter die Marke von 5,125 Prozent rutscht. Derzeit weist die Bank eine Kernkapitalquote von 13,6 Prozent auf, was einen soliden Sicherheitspuffer darstellt.

          Es spricht viel dafür, solche Titel ins Portfolio zu nehmen. Nur Privatanleger spielen hier keine Rolle, denn das Mindestanlagevolumen der Deutschen-Bank-Anleihe beträgt 200.000 Dollar. Das liegt auch an der komplexen Struktur der Anleihe.

          Sie hat grundsätzlich eine unendliche Laufzeit. Erstmals kann sie am 30.Oktober 2025 gekündigt werden. Danach kann die Bank sie bis zum 30.April 2026 täglich kündigen. Tut sie das nicht, wird der Zins jeweils für fünf Jahre neu festgelegt.

          Die Formel dafür ist ein Aufschlag von 4,524 Prozent auf die Rendite der fünfjährigen amerikanischen Staatsanleihe. Derzeit liegt sie bei 1,4388 Prozent. Zusammen mit dem Aufschlag ergibt sich ein Wert, der sehr nahe am aktuellen Kupon von 6 Prozent liegt.

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