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Schwaches erstes Quartal : Deutsche Bank schockt Aktionäre

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Negative Wechselkursentwicklungen und hohe Finanzierungskosten machen der deutschen Bank einen Strich durch die Rechnung. Bild: Marcus Kaufhold

Die Deutsche Bank kommt nicht auf die Füße. Finanzvorstand James von Moltke warnt. Es geht um einen wichtigen Geschäftsbereich von Deutschlands größtem Geldhaus.

          Die Nachricht traf die Anleger wie ein Schlag: Ungünstige Wechselkurse und höhere Finanzierungskosten haben die Erträge der Deutschen Bank im ersten Quartal des laufenden Jahres um insgesamt 450 Millionen Euro geschmälert. Dies sagte  Finanzvorstand James von Moltke am Mittwoch auf einer Investorenkonferenz in London.

          Zwar sagte von Moltke auch, das erste Quartal  sei recht stark gewesen. Dennoch rutschte der Aktienkurs kurz nach Mittag um 6 Prozent und mehr ab. Mit nur noch knapp 12 Euro kostet die Aktie so wenig wie zuletzt im November 2016, als darüber spekuliert worden war, ob die Deutsche Bank noch überhaupt eine Zukunft habe.

          Zwischenzeitlich konnte zwar ein wichtiger Rechtsstreit mit der amerikanischen Regierung beigelegt und das Kapital deutlich aufgestockt werden. Doch schon der Erfolg des Gewinns eines neuen Großaktionärs, des chinesischen Mischkonzerns HNA, entpuppte sich seitdem als zweifelhaft. Denn HNA steckt selbst in der Krise.

          DT. BANK

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          Hintergrund der aktuellen Probleme ist offenbar, dass die Bank in Euro bilanziert, gut 50 Prozent ihrer Geschäfte aber in Dollar abrechnet. Das Erstarken des Euro im Laufe des vergangenen Jahres drückt damit aufs Geschäft, allein seit dem Vergleichsquartal vor einem Jahr hat der Euro um 15 Prozent aufgewertet.

          Gleichfalls aufs Gemüt der Aktionäre schlug wohl die Nachricht, dass die Bank im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen im Heimatmarkt nicht punkten kann. In der Rangliste der wichtigsten Fusionsberater in Deutschland fand sich das Institut zum 19. März nicht unter den Top-15. So wenig bedeutend war die Bank seit Jahren nicht. Im Vorjahreszeitraum hatte sie noch den zweiten Platz belegt. Mitentscheidend war, dass Eon und RWE bei der Neustrukturierung ihrer Unternehmen und der RWE-Tochtergesellschaft Innogy ohne die Deutsche Bank auskamen. Deal keine Rolle.

          Als Trost mag gereichen, dass sich die Deutsche Bank im Auslandsgeschäft auf den neunten vom zwölften Platz vorschieben konnte. Vor allem die Beratung des Konsumgüterkonzerns Unilever machte sich bezahlt.

          Insgesamt sind viele Investoren aber mit dem Tempo der Neuaufstellung unzufrieden. 2017 gab es den dritten Jahresverlust in Folge, während insbesondere amerikanische Rivalen seit Jahren hohe Gewinne einfahren. Die Bank sei zwar auf einem richtigen Weg, müsse dies aber immer wieder unter Beweis stellen, sagte Co-Vizechef Marcus Schenck zuletzt.

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