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Am Tag der Hauptversammlung : Deutsche Bank-Aktie auf Rekordtief

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Werden heute auf der Hauptversammlung viel zu sagen haben: Deutsche Bank-Chef Christian Sewing und Aufsichtsratschef Paul Achleitner. Bild: Reuters

In Frankfurt hat die Deutsche Bank zum jährlichen Aktionärstreffen eingeladen. Von der Börse gibt es für die Anleger gleichzeitig schlechte Nachrichten.

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          Nach den kräftigen Verlusten zum Wochenauftakt und dem anschließenden Erholungsversuch hat der Dax am Donnerstag wieder nachgeben. Die ersten Stimmungsindikatoren dieses Tages enttäuschten.

          Weiterhin ist der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China der Hauptgrund, wenn es um die Sorgen und Hoffnungen der Anleger geht. Dieser sich wieder hochschaukelnde Streit „mit all den Äußerungen und Drohungen von beiden Seiten schafft zum Ende der Berichtssaison kein gutes Investmentklima in Europa, Amerika oder auch in China“, sagte Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank .

          Der Dax büßte im frühen Handel 1,27 Prozent auf 12 012,66 Punkte ein, der F.A.Z.-Index gab zur gleichen Zeit 1,47 Prozent auf 2228,91 Punkte ab. Die wirtschaftlichen Stimmungsindikatoren - die Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor - fielen etwas schwächer als prognostiziert aus. Nicht positiv gestimmt sind Analysten auch für das Ifo-Geschäftsklima, das in Kürze bekannt gegeben wird, hier wird mit einem leichten Rückgang im Monatsvergleich gerechnet.

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          An der Börse schauen die Marktteilnehmer auf die Aktie der Deutschen Bank. Der deutsche Branchenprimus lädt heute zum jährlichen Aktionärstreffen ein. Am Tag der Hauptversammlung müssen Anleger mitansehen, wie der Aktienkurs des Bankpapiers weiter verliert. Mit einem Kurs von 6,35 Euro und einem Minus von drei Prozent markiert die Aktie ein Rekordtief.

          Derweil verteidigte sich der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, auf der Hauptversammlung gegen die laute Kritik an seinen Entscheidungen. „Trotz aller Schwierigkeiten - ich sehe, dass wir auf dem wichtigen Weg sind", sagte er den Aktionären. Er verteidigte auch die "abrupt wirkende" Berufung von Christian Sewing zum Vorstandsvorsitzenden im vergangenen Jahr.

          DT. BANK

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          Die Zweifel am Geschäftsmodell wurden immer lauter, wie Achleitner selbst zusammenfasste. Deshalb fordern zwei einflussreiche Stimmrechtsberater, Achleitner auf der Hauptversammlung die Entlastung zu verweigern. Das hätte zwar keine rechtlichen Auswirkungen, wäre aber eine schallende Ohrfeige für den Aufsichtsratsvorsitzenden. Achleitner versprach in seiner Eröffnungsrede auf der Hauptversammlung abermals einen Wandel der Bank. Die Skandale müssten aufhören, sagte er.

          So hätten beispielsweise der Geldwäsche-Skandal im Zusammenhang mit der Danske-Bank in Estland sowie die Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft im November in der Zentrale ein weiteres Mal das Vertrauen in die Bank erschüttert. Dieses müsse das Kreditinstitut zurückgewinnen.

          Er verteidigte auch die Entscheidung, nicht mit der Commerzbank zu fusionieren. Chancen und Risiken hätten bei einem Deal „in keinem gesunden Verhältnis" gestanden. Nun müsse die Bank alleine wachsen: „Finanziell stabil, die Kosten im Blick und die Risiken unter Kontrolle".

          Neben der Deutschen Bank gehört am Donnerstag zu den schwächeren Werten auch die Daimler-Aktie. Der Aktienkurs verliert mehr als 7 Prozent. Der Autobauer schüttet an diesem Handelstag jedoch seine Dividende aus, weshalb das Papier nur optisch einen schwachen Eindruck macht. Auch für die Anleger der Aareal Bank, Uniper oder der Commerzbank ist heute Dividendentag.

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