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Börsengang : Dermapharm erscheint akzeptabel gepreist

Befüllung von Vitamin-B12-Ampullen bei der Dermapharm-Tochtergesellschaft Mibe in Brehna (Archivbild) Bild: ddp

Nach knapp drei Monaten Pause hat Deutschland wieder einen Börsengang. Der Arzneimittelhersteller Dermapharm bietet augenscheinlich eine akzeptable Bewertung.

          Seit Montag hat Deutschland wieder einen Börsengang im Angebot. Es ist der erste seit Anfang November, seitdem dies dem Recycling-Unternehmen Befesa und dem Kochboxen-Anbieter Hello Fresh gelang. Beiden flogen damals insofern nicht die Herzen zu, als beide die Preisspanne nicht hatten voll, ausreizen können.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dermapharm bietet seine insgesamt 13,455 Millionen Aktien nun in einer Spanne von 26 bis 30 Euro bis zum 8. Februar zur Zeichnung an. Von den rund 100 Millionen Euro, die aus der Ausgabe von 3,84 Millionen neuer Aktien in den Arzneimittelkonzern fließen sollen, will Dermapharm bis zur Hälfte zur Refinanzierung der Übernahme der Trommsdorff GmbH verwenden. Rund 20 Prozent sollen der internationalen Expansion zugutekommen, etwa 35 Prozent für Neuentwicklungen und Investitionen.

          Dermapharm stellt patentfreie Arzneimittel (Generika) her und vertreibt diese vornehmlich in Deutschland, ein Markt der im Grunde als sehr solide, wenn auch kompetitiv einzuschätzen ist. Rund 7,5 Prozent der Umsätze entfielen 2016 auf das Vitamin-D-Präparat Dekristol 20.000 I.E.

          S-Dax scheint möglich

          Auf Basis der Emissionsspanne ist Dermapharm damit 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro bewertet. In den neun Monaten bis September 2017 hat das Unternehmen rund 350 Millionen Euro und damit knapp 10 Prozent mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres umgesetzt. Dabei fiel ein Reingewinn von 62,85 Millionen Euro an, etwa ein Achtel mehr.

          Legt man die Gewinnzuwächse der Vergangenheit zugrunde, ergäbe sich eine Bewertung mit dem überschlägig geschätzten 16- bis 19fachen des Gewinns für 2017. Dies wäre im Vergleich zu anderen Generika-Herstellern eine Bewertung, die tendenziell im Mittelfeld liegt. Nach der im Börsenprospekt angekündigten Dividendenpolitik ergibt sich auf Basis der Emissionsspanne eine Dividendenrendite von 3 bis 3,6 Prozent.

          Von der Marktkapitalisierung her käme Dermapharm als Kandidat für den Kleinwerteindex S-Dax in Frage, liegt diese doch auf dem Niveau etwa von SGL Carbon, HHLA oder der Indus Holding.

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