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Neuer Deal von Warren Buffett : Sonntagsausflug nach Omaha

  • -Aktualisiert am

Warren Buffett unterstützt Occidental bei seinem Kampf um die Übernahme des Konkurrenten Anadarko. Bild: AP

Warren Buffett mischt sich mit einer zweistelligen Milliardeninvestition in eine der größten Übernahmeschlachten der vergangenen Jahre ein.

          Buffetts Anlagegesellschaft Berkshire Hathaway unterstützt den amerikanischen Ölkonzern Occidental Petroleum mit einer Finanzspritze von 10 Milliarden Dollar beim Versuch, den Konkurrenten Anadarko Petroleum zu übernehmen.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Erst Mitte April hatte der Energieriese Chevron die geplante Übernahme von Anadarko für 33 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Der Verwaltungsrat von Anadarko hatte der Offerte zugestimmt. Occidental unterbreitete in der vergangenen Woche dann aber ein Gegenangebot von 38 Milliarden Dollar. „Wir freuen uns sehr, dass wir die finanzielle Unterstützung von Berkshire Hathaway haben“, sagte Vicki Hollub, die Vorstandsvorsitzende von Occidental.

          Die Unterstützung von Buffett gilt an der Wall Street in der Regel als Gütesiegel. Während der Finanzkrise hatte Buffett ins Wanken geratene Finanzgiganten wie Goldman Sachs und die Bank of America sowie den Mischkonzern General Electric mit Milliardenbeträgen unterstützt und damit nahezu im Alleingang das Vertrauen der Börse in diese Unternehmen wiederhergestellt.

          Chevron, in Amerika die Nummer zwei der Branche hinter Exxon Mobil, und die deutliche kleinere Occidental sind an Anadarko interessiert, weil dem Unternehmen bedeutende Anteile am permischen Becken in Texas und New Mexico gehören, einem der bedeutendsten Vorkommen für Schieferöl und -gas.

          An der Börse wird angesichts der Intervention von Buffett unterstellt, dass Occidental bei Anadarko zum Zug kommen wird. Der Aktienkurs von Occidental gab deutlich nach und der Kurs von Chevron stieg. Bei angekündigten Übernahmen fällt der Kurs des Käufers häufig. Der Kurs von Anadarko bewegte sich kaum. Aber im April war der Kurs angesichts der beiden Übernahmeangebote schon um 60 Prozent gestiegen. Die Aktien von Berkshire Hathaway reagierten ebenfalls mit überdurchschnittlich starken Kursgewinnen.

          „Was macht Occidental in Omaha?“

          Auch das ist eine normale Kursreaktion auf derartige Nachrichten. Ungewöhnlich war allerdings, dass die Kurse nicht erst am Dienstag nach der offiziellen Ankündigung, sondern schon einen Tag vorher so stark schwankten. Am Montag hatte es erste Gerüchte gegeben, dass sich Buffett möglicherweise mit Occidental verbünden könnte. Der Grund: Der Gulfstream-Firmenjet von Occidental wurde am Sonntag in Nebraska auf dem Flughafen von Omaha, dem Sitz von Berkshire Hathaway, geortet. Dieser Hinweis stammte von einem Dienstleister, der sich auf ungewöhnliche Flugbewegungen von Firmenjets spezialisiert. Derartige Angebote sind bei Profianlegern, insbesondere Hedgefonds gefragt, die sich davon einen Informationsvorsprung und Schlüsse auf mögliche Geschäftsentscheidungen von Unternehmen erhoffen – unter anderem für Fusionen und Übernahmen.

          Der Analyst Don Bilson von der unabhängigen Marktforschungsgesellschaft Gordon Haskett bezog sich am Montag in einem Bericht an seine Klienten auf die Flugdaten von Quandl, einen auf „alternative“ und finanzmarktrelevante Daten spezialisierten kanadischen Anbieter und stellte eine kluge Frage: „Was macht Occidental in Omaha?“ – noch dazu an einem Sonntag inmitten einer Übernahmeschlacht.

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