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Neuer Deal von Warren Buffett : Sonntagsausflug nach Omaha

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Bilsons weitere Recherche war simpel. Berkshire, die Aktien des amerikanischen Energiekonzerns Phillips 66 und der kanadischen Ölförderer Suncor hält und laut Buffett immer an großen Investionen interessiert ist, war zuletzt weder an Chevron, Anadarko noch Occidental beteiligt. Und Occidental, deren Kürzel an der New Yorker Börse OXY lautet, hat in alten Geschäftsberichten bisher noch nie Nebraska erwähnt. Es musste also einen anderen Grund für den sonntäglichen Geschäftsflug geben und Bilson war mit seinen Schlussfolgerungen nahe dran: „Obwohl wir nicht sagen können, was OXY gestern wohl in Omaha gemacht haben könnte, können wir uns denken, das sie möglicherweise Buffett mit ins Boot nehmen, um mit dem Baranteil der Offerte zu helfen.“

Buffett lässt sich sein gefragtes Gütesiegel gut bezahlen

Occidental bietet je zur Hälfte eigene Aktien und einen Baranteil für Anadarko. An der Wall Street wird nun spekuliert, dass Occidental mit Hilfe von Buffett den Baranteil erhöhen wird, um ein derzeit noch nötiges Aktionärsvotum zu vermeiden. Occidental will zudem Geschäftbereiche abstoßen, um den aus der Übernahme resultierenden Verschuldungsgrad zu mindern. Die Finanzspritze von Berkshire kann den Druck mildern, diese Vermögenswerte rasch zu veräußern.

Buffett lässt sich sein gefragtes Gütesiegel wie auch im Fall von Goldman Sachs und General Electric gut bezahlen. Konkret erwirbt Buffett für Berkshire Vorzugsaktien an Occidental, die auf eine Laufzeit von mindestens zehn Jahren eine jährliche Dividende von acht Prozent zahlen. Dazu erhält Berkshire die Option, bis zu 80 Millionen Aktien von Occidental zu einem Preis von 62,50 Dollar je Anteilschein zu erwerben – nur etwas höher als zum aktuellen Kurs. Sollte Occidental bei Anadarko nicht zum Zug kommen, geht Buffett zudem kein Risiko ein. Das ganze Geschäft gilt nur unter der Voraussetzung, dass die Übernahme vollzogen wird.

Berkshire verfügte am Ende des Jahres über 112 Milliarden Dollar an Barmitteln, die für Aktienanlagen und Übernahmen zur Verfügung stehen. Buffett hatte erst Ende Februar in seinem Aktionärsbrief einen Mangel an günstigen Gelegenheiten beklagt. „Wir hoffen, in den kommenden Jahren viel überschüssige Liquidität in Unternehmen zu verlagern, die Berkshire langfristig besitzen wird“, schrieb Buffett. Die unmittelbaren Aussichten dafür seien angesichts der „himmelhohen Preise für Unternehmen mit langfristig ordentlichen Aussichten“ aber schlecht.

Der Firmenjet der in Houston ansässigen Occidental ist übrigens nicht nur nach Omaha geflogen. Zwei Tage vorher war die Gulfstream V in Paris. Analyst Bilson, der mit seinen Buffett-Überlegungen richtig lag, hat auch dafür eine mögliche Erklärung. Occidental hatte angekündigt, im Zuge einer Anadarko-Übernahme möglicherweise ein Flüssiggas-Projekt in Moçambique verkaufen zu wollen. Bilson glaubt, dass die Manager von Occidental mit Vertretern des französischen Energiekonzerns Total verhandelt haben.

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