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Euro-Tief : Italien schwächt den Euro

Quirinale: Sitz der italienischen Regierung. Bild: Reuters

Der Wechselkurs der Gemeinschaftswährung fällt auf den niedrigsten Stand seit Juni 2017. Am Markt herrscht Einigkeit: Schuld daran ist Italien. Und das Verhalten der populistischen Regierung in Rom verheißt auch für die Zukunft nichts Gutes.

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          Der Euro gilt als angeschlagen. Am Montag fiel sein Kurs gegenüber der amerikanischen Währung auf 1,1266 Dollar und damit auf den niedrigsten Kurs seit Juni 2017. Das belastete auch die Börsen, weil die Anleger die Euroschwäche mit dem Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU-Kommission begründen. Hinzu kamen die Unsicherheiten rund um die Verhandlungen zum EU-Austritt Großbritanniens. Aufgrund der schwer absehbaren Folgen gingen die Investoren auch am Aktienmarkt auf Nummer Sicher und verkauften. Der Dax verlor bis zum Nachmittag 1,4 Prozent auf 11.370 Punkte.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Meistens unterstützt ein schwacher Euro den Aktienmarkt, weil sich dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen verbessert. Diesmal ist der Eurokursverlust aber Symptom der Unsicherheit. Die professionellen Anleger stellen sich auf einen weiteren Kursverfall ein, weil eine wichtige charttechnische Unterstützung gefallen ist. Die Analysten der Bayern LB senkten ihre Empfehlung für die Gemeinschaftswährung daraufhin von „neutral“ auf „negativ“.

          Das liegt auch daran, dass im Haushaltsstreit der populistischen Regierung in Italien mit der EU-Kommission und den Europartnerländern bislang nichts auf ein Einlenken hindeutet. Weiterhin plant die Regierung um Ministerpräsident Giuseppe Conte im kommenden Jahr mit einem Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent. Die Neuverschuldung fällt nach Ansicht der Kommission zu hoch aus. Sie will am Dienstag neue Pläne aus Rom sehen. Falls diese nicht überarbeitet werden, droht ein Strafverfahren. Der Kommission gefällt es auch nicht, dass die italienische Regierung das Wachstum 2019 mit 1,5 Prozent optimistischer einschätzt als Brüssel mit 1,2 Prozent.

          Bild: F.A.Z.

          Auch die Europäische Zentralbank (EZB) sorgt sich wegen der hohen Staatsschulden Italiens und der schwachen Wirtschaft. Auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt sagte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos: „Das Hauptproblem Italiens ist das niedrige Wachstum.“ Zudem verwies der Spanier auf Italiens Schuldenproblem und die Sorgen wegen der Tragfähigkeit der Schulden. Diese Sorge treibt auch die italienische Regierung um, denn zum Jahresende läuft das Anleihekaufprogramm der EZB aus, womit ein wichtiger Käufer italienischer Staatsanleihen wegfällt. Dann könnte der Risikoaufschlag für italienische Staatsanleihen steigen. In Rom gilt es als wahrscheinlich, dass einige Banken Kapitalhilfen brauchen, wenn die Renditedifferenz in der zehnjährigen Laufzeit zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen 4 Prozentpunkte beträgt. Am Montag lag die Rendite der zehnjährigen italienischen Staatsanleihe bei 3,44 Prozent und für die Bundesanleihe bei 0,38 Prozent.

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