https://www.faz.net/-gv6-9q3ih

Rezessionsangst : Dow Jones verliert mehr als 3 Prozent

  • Aktualisiert am

Rote Zahlen für den Dow Jones Bild: AP

Die Befürchtungen vor einer Rezession haben den Verlauf der Märkte beherrscht. Die drei amerikanischen Indizes verloren deutlich an Wert. Auch für den Dax ging es nach unten.

          Die Anleger an den amerikanischen Börsen haben am Mittwoch nach einem Erholungstag schon wieder die Reißleine gezogen. Kurze Hoffnung im Handelskrieg mit China wich umgehend wieder der Konjunkturangst. An der Wall Street verbuchten am Mittwoch alle drei Indizes Verluste von etwa drei Prozent. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit 25.479 Punkten, der breiter gefasste S&P-500 mit 2840 Zählern und der Index der Technologiebörse Nasdaq mit knapp 7774 Punkten. Dax und EuroStoxx50 verloren jeweils 2,2 Prozent auf 11.492,66 Zähler und 3284,22 Punkte.

          Genährt wurde die Rezessionsangst von einer Serie enttäuschender Konjunkturdaten und der Entwicklung am amerikanischen Anleihemarkt. Dort stieg die Rendite der zweijährigen Staatsanleihen erstmals seit 2007 und damit den Zeiten der Finanzkrise zeitweise über diejenige der zehnjährigen. Üblicherweise rentieren länger laufende Anleihen höher als kürzer laufende. Diese sogenannte inverse Zinskurve habe in sieben von neun Fällen einen Konjunkturabschwung korrekt vorhergesagt, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Allerdings dauere es meist ein bis zwei Jahre, bevor die Wirtschaft in eine Rezession rutsche.

          Der Zollstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China habe schon jetzt Einfluss auf die Konjunktur, sagte Christophe Barraud, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses Market Securities. „Vor allem, wenn man sich vom weltweiten Handel abhängige Staaten wie Deutschland anschaut.“ Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal um 0,1 Prozent. Die chinesische Industrieproduktion wuchs so langsam wie seit 17 Jahren nicht.

          Dow Jones

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Die Entwicklung an den Anleihemärkten setzte vor allem Banken zu, weil sie es ihnen erschwert, mit Krediten und Investitionen in Anleihen Geld zu verdienen. Der Zinssatz zahlreicher Darlehen orientiert sich an den Bondrenditen. Der europäische Banken-Index fiel zeitweise auf ein Drei-Jahres-Tief von 116,98 Punkten. An der Wall Street gaben die Titel von Instituten wie Bank of America, Citigroup und JPMorgan bis zu 5,3 Prozent nach.

          Unter Verkaufsdruck gerieten auch die Technologiewerte. So verloren die Aktien der Chip-Hersteller Intel und AMD bis zu 5,8 Prozent. Die Papiere des iPhone-Machers Apple büßten knapp drei Prozent ein.

          DAX KURS

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nach einem ungeregelten Brexit im Oktober könnte Joghurt wegen der erschwerten Einfuhrbedingungen und der möglichen Knappheit Seltenheitswert haben.

          Ungeregelter Brexit : Wenn der Joghurt zum Luxus wird

          Wenn Joghurt zum Luxusgut wird. Das könnte dem Vereinigten Königreich tatsächlich bei einem ungeregeltem Brexit am 31. Oktober passieren. Besonders die britische Milchindustrie fürchtet sich vor kommenden Engpässen.
          Mit virtueller Realität direkt ins Herz der Immigranten – Iñárritus Sechseinhalb-Minuten-Installation in Cannes.

          Künstliches Herz : Organ aus dem 3D-Drucker

          Forscher konstruieren eine künstliche Herzkammer und Muskelzellen, die synchron schlagen. Noch fehlt Entscheidendes, damit Ersatzorgane aus dem 3D-Drucker entstehen können.
          Finanzminister Olaf Scholz hat sich gegen das von Wirtschaftsminister Peter Altmaier vorgelegte Konzept zur vollständigen Abschaffung des Solis ausgesprochen.

          Finanzminister : Scholz gegen komplette Soli-Abschaffung

          Finanzminister Olaf Scholz kritisiert das von Wirtschaftsminister Altmaier vorgelegte Konzept zur vollständigen Soli-Abschaffung als „Steuersenkung für Millionäre“. Der SPD-Politiker möchte vorerst nur 90 Prozent der Steuerzahler entlasten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.