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Dax bei über 12.000 Punkten : Jubelstimmung an der Börse

Die Dax-Kurve zeigt im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse über dem Wort „Börse“ einen Anstieg: Der deutsche Leitindex steigt und steigt. Kommt bald ein Rücksetzer? Bild: dpa

Der deutsche Leitindex gibt sich unbeeindruckt von ungünstigen Nachrichten und steigt weiter. Die Gefahr eines Rückschlags ist aber noch nicht gebannt.

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          Gute Stimmung an der Börse. Zwar sind die wirtschaftlichen Konsequenzen der Corona-Krise noch überhaupt nicht abzuschätzen, an der Börse aber geht die Erholung weiter. Nachdem der deutsche Leitindex Dax am Dienstag bereits über die 12.000er Marke gesprungen war, setzte er sich dort am Mittwoch fest. Damit hat der Dax wieder das Kursniveau von Ende Februar erreicht. Im Zuge der Geschehnisse rund um die Corona-Krise war der Dax im März unter 9000 Punkte gefallen. Der Dax befindet sich in guter Gesellschaft mit anderen Indizes. Auch der M-Dax, der Tec-Dax oder auch der Euro Stoxx 50 klettern seit Tagen immer wieder nach oben.

          Inken Schönauer

          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Antonia Mannweiler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Gerade bei den zyklischen Titeln erwarten wir kurzfristig eine positive Entwicklung, sagt Maximilian Kunkel, Chefanlagestratege im Global Wealth Management der Schweizer Großbank UBS. Für das vierte Quartal werde mit einer weiteren soliden Entwicklung gerechnet. Grund dafür sei, dass eine wachsende Ausgabenbereitschaft der Verbraucher erwartet werde. Während die Einnahmen bei vielen Arbeitnehmern stabil geblieben seien, habe der Lockdown Ausgaben sogar verringert. Dieser Konsum werde nun nachgeholt. Zusätzlich sollten Unternehmen ihre Lagerbestände alleine schon als Vorsichtsmaßnahme erhöhen. Dass es bei zyklischen Titeln aber nicht zu weiteren Rückschlägen kommt, kann auch Kunkel nicht versprechen. „Die Gefahr ist nicht gebannt.“

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          Auf Volatilität einrichten

          Um sich da sicherer zu sein, müsste man deutliche höherer Anleiherenditen aufgrund von nachhaltig höherem Wachstum sehen. „Die sehen wir aber nicht“, sagt Kunkel. Zudem gebe es auch immer Unsicherheiten wegen einer möglichen zweiten Welle der Corona-Pandemie. Der Chefanlagestratege rät Anlegern dann auch weiterhin dazu, in ihrer Anlagestrategie selektiv vorzugehen. Unternehmen aus der Gesundheitsbranche oder dem Technologiesektor hätten längerfristig die besten Erfolgsaussichten.„Ein Großteil der Aufwärtsbewegung bei europäischen Aktien sei in den vergangenen Wochen sicherlich durch Hoffnungen rund um den Recovery Fund getrieben worden, sagt Matthias Hoppe,Fondsmanager bei der amerikanischen Fondsgesellschaft Franklin Templeton. Hinzu kämen extrem niedrige und sogar negative Zinsen.

          „Auch wenn wir eine positive Wertentwicklung gesehen haben, Risiken gibt es noch genügend“, findet Hoppe. Der Handelskonflikt zwischen Amerika und China könne wieder eskalieren und die Beziehungen zwischen beiden Ländern sich weiter eintrüben. Dieses Thema habe die Märkte bereits 2018 negativ beeinflusst. „Anleger sollten sich in den kommenden Monaten also auf Volatilität einrichten“, so der Fondsmanager.

          Ungünstige Nachrichten aus Amerika

          Es sei auf jeden Fall ausgesprochen seltsam, dass die Aktienkurse trotz nicht günstiger Nachrichten aus Amerika weiter stiegen, sagt der Kapitalmarktanalyst Joachim Goldberg. Interessanterweise gehe die Volatilität gemessen am V-Dax New nicht signifikant in die Knie, sondern bleibe über der 30-Prozent-Marke, also rund doppelt so hoch wie vor Beginn der Corona-Krise. „Ich habe den Eindruck, dass die allerwenigsten mit der derzeitigen Entwicklung zurechtkommen. Wenn die Rahmenbedingungen nicht so negativ wären, könnte man meinen, wir wären mitten in der Dotcom-Blase.“

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