https://www.faz.net/-gv6-9czn0

Keine Spur von Sommerloch : Der Börse stehen heiße Tage bevor

  • Aktualisiert am

Den Börsen dürften in der kommenden Woche einige Turbulenzen bevorstehen. Bild: dpa

Während man sich draußen in der Hitze kaum bewegen will, dürfte es drinnen auf dem Börsenparkett demnächst hoch hergehen. In der kommenden Woche legt ein Drittel der Dax-Unternehmen Zahlen vor. Was wichtig wird.

          Das Thema Dürre ist in aller Munde, an der Börse kann davon aber keine Rede sein. Investoren sollten sich in der neuen Woche nach Meinung von Experten auf größere Schwankungen beim Dax einstellen. Eine Flut von Quartalszahlen steht an. Mit Spannung werden zudem neue Wendungen im Handelskonflikt erwartet.

          Weil viele Anleger noch im Urlaub sind, dürften schon vergleichsweise geringe Umsätze reichen, um für stärkere Kursausschläge zu sorgen. „Die aktuelle Berichtssaison der Unternehmen und der immer wieder aufkeimende Handelskonflikt bietet genug Potenzial für einen spannenden August“, sagt Weberbank-Analyst Jan Nießen.

          Fast ein Drittel der Dax-Unternehmen legt in der neuen Woche Geschäftszahlen vor. Experten befürchten auch negative Überraschungen. „Die laufende Berichtssaison zeigt bisweilen, dass es nicht mehr in allen Branchen rund läuft“, sagt Christian Schmidt von der Landesbank Helaba.

          Auch Analyst Markus Glockenmeier von der National-Bank in Essen zieht eine gemischte Bilanz der bisherigen Saison. „Insgesamt haben die US-Unternehmen eher positiv überrascht. In Europa zeigt sich ein etwas anderes Bild.“ Die Umsätze der gut 300 Firmen, die aus dem europäischen Index Stoxx 600 bislang ihre Bücher geöffnet hätten, seien um etwa sechs Prozent gestiegen.

          Europäische Unternehmen haben keinen Rückenwind durch Steuersenkungen

          Die Gewinne seien aber rückläufig. „Bemerkbar macht sich auch, dass die europäischen Firmen im Gegensatz zu ihren US-Pendants keinen Rückenwind durch Steuersenkungen haben.“ So hätten die Umsätze der S&P-Firmen um zehn Prozent zugelegt, die Gewinne sogar um 24 Prozent.

          DAX ®

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Gleich am Montag lässt sich die britische Großbank HSBC in die Bücher blicken. Am Dienstag folgen die Dax-Konzerne Commerzbank, Deutsche Post und der Nivea-Hersteller Beiersdorf. Die Münchener Rück und Eon stellen ihr Zahlenwerk am Mittwoch vor, am Donnerstag steht den Börsen mit Merck, der Deutschen Telekom, Thyssen-Krupp und Adidas sowie vielen Firmen aus den hinteren Reihen wieder ein Großkampftag bevor.

          Zollstreit dürfte die Börsen noch eine Weile beschäftigen

          Weniger Impulse sind von den Konjunkturdaten zu erwarten. Lediglich die Auftragseingänge der deutschen Industrie am Montag und die Produktions- sowie Exportzahlen am Dienstag stehen auf dem Zettel. Am Freitag veröffentlichen die Vereinigten Staaten ihre Inflationszahlen für Juli.

          Investoren dürften mit Argusaugen darauf schauen, wie es im Handelskonflikt zwischen Washington und Peking weitergeht. Die jüngste Drohung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, auf chinesische Waren noch höhere Zölle erheben zu wollen, habe die Sorge vor einer Eskalation spürbar ansteigen lassen, sagt Fondsmanager Thomas Metzger von der Stuttgarter Privatbank Bauer.

          Trump brachte zuletzt 25-prozentige Zölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar in Spiel. Vor allem Anleger in Asien macht das nervös. Aber auch Brokern in Europa bereitet der Zollstreit Kopfzerbrechen, weil sie Folgen für die hiesigen Firmen befürchten. „Sicher scheint, dass uns das Thema noch eine Weile beschäftigen wird“, sagt Weberbank-Analyst Nießen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Thomas Middelhoff beim Gespräch über sein neues Buch „Schuldig“ in Hamburg

          Middelhoff im Gespräch : „Es war die Gier nach Anerkennung“

          Thomas Middelhoff war Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann und galt als „Wunderkind“ der Wirtschaft. Dann kam der Absturz: Steuerhinterziehung, Haft, Privatinsolvenz. Jetzt bekennt sich der gestürzte Manager: „Schuldig“
          Das durch den Abbau von jährlich rund 40 Millionen Tonnen Braunkohle entstandene „Hambacher Loch“.

          Gigantischer Stromspeicher : Die Wasserbatterie im Hambacher Loch

          Was ein visionärer Plan: Ein gigantischer Stromspeicher für überschüssigen Wind- und Solarstrom soll im „Hambacher Loch“ entstehen. Die Technik dürfte Kennern bekannt vorkommen.
          200 Nanometer Durchmesser: Virus Varicella Zoster (VZV)

          Gürtelrose : Höllischer Schmerz

          Die neue Impfung gegen Gürtelrose zahlen jetzt die Kassen. Gut so, denn wer einmal unter der Infektion litt, wird das so schnell nicht vergessen. Die Infektion ruft heftige Nervenschmerzen bei den Betroffenen hervor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.